Live hören
Jetzt läuft: Nightmares von The Green Apple Sea

Gefährliche "Cancel Culture"? – Sandra Kostner  

Bunte Buchstabenwürfel zeigen die Worte "Cancel Culture"

Gefährliche "Cancel Culture"? – Sandra Kostner  

Statt in den Diskurs zu gehen, wird der anderen Meinung keinen Raum gegeben, sie wird "gecancelt". Das findet die Soziologin Sandra Kostner bedenklich. "Cancel Culture" sei nicht geeignet, um Rassismus und Sexismus zu überwinden.

Porträt Sandra Kostner

Kostner: "Es müssen auch Sachen gesagt werden dürfen, die ich unmöglich finde."

Angefangen hat alles vor rund zehn Jahren in den USA. Amerikanische Universitäten luden vermehrt Redner*innen mit umstrittenen Meinungen wieder aus. Als Begründung hieß es, die vertretenen Positionen würden Verletzungen bei Opfergruppen wie Frauen, Transsexuellen oder von Rassismus Betroffenen hervorrufen. Nun sei die "Cancel Culture" auch nach Deutschland herübergeschwappt, sagt Sandra Kostner, Geschäftsführerin des Studiengangs "Interkulturalität und Integration" der PH Schwäbisch Gmünd.

So würden auch hier Auftritte abgesagt, Redner*innen ausgeladen, Videos gelöscht und so Andersdenkende ausgegrenzt. Ein vorläufiger Höhepunkt sei die Affäre um Dieter Nuhr und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gewesen, als die DFG nach einen Shitstorm auf Twitter ein Video gelöscht hatte.

Darin sieht Sandra Kostner ein Beispiel für die Gefahr, dass "abweichende Meinungen immer seltener werden". Das wiederum ginge auf Kosten der Vielfalt und Freiheit der Einzelnen. Die Soziologin ist überzeugt: "Wir lernen immer am meisten von Argumenten, die wir noch nicht gehört haben – auch wenn wir sie ablehnen."

Redaktion: Jessica Eisermann

Gefährliche "Cancel Culture"? – Sandra Kostner  

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 16.09.2020 25:54 Min. Verfügbar bis 16.09.2021 WDR 5

Download