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Zerstörtes Jemen – Said AlDailami

Zwei Männer gehen inmitten von Überresten zerstörter Fischerboote entlang des Strandes.

Zerstörtes Jemen – Said AlDailami

Der Jemen hieß einmal "Arabia felix", glückliches Arabien, sagt Staatswissenschaftler Said AlDailami. Heute ist der Großteil seines Geburtslandes zerstört, seit fünf Jahren tobt dort ein Krieg – weitgehend unbeachtet vom Rest der Welt.

Porträt Said AlDailami

Said AlDailmi schreibt über den "vergessenen Krieg" im Jemen

Schon vor Kriegsbeginn im Jahr 2014 galt der Jemen als Armenhaus der Arabischen Halbinsel. Seit die schiitischen Huthi-Rebellen das Parlament auflösten und den Übergangspräsidenten Hadi vertrieben haben, herrscht Krieg. Über 200.000 Menschen sind seitdem im Jemen gestorben. 80 Prozent der Bevölkerung brauchen Hilfe und Schutz. "Weil nur wenige Flüchtlingsrouten von dort nach Europa führen, wird das Drama kaum wahrgenommen", sagt der Staatswissenschaftler Dr. Said AlDailami. Er stammt aus einer einflussreichen jemenitischen Familie, emigrierte Ende der achtziger Jahre mit den Eltern nach Deutschland.

Seit Oktober 2014 leitet Said AlDailami das Regionalbüro der Hanns-Seidel-Stiftung in Tunis, verantwortet zivilgesellschaftliche und politische Projektarbeit zum Aufbau von Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit . In sein Geburtsland kann er aktuell nicht mehr reisen. An seinem Namen würde man seine Herkunft erkennen und wahrscheinlich würde er – wie viele junge Männer – einfach verschwinden. Mit dem Verein "Hajati Karamati", übersetzt "Mein Leben, meine Würde", unterstützt er 72 Lehrerinnen und Lehrer an zwei Schulen im Nordjemen, damit die Kinder im Jemen wieder für ihre Zukunft lernen können.

Redaktion: Gundi Große

Buchtipp

Said AlDailami: Jemen: Der vergessene Krieg (2019). 265 Seiten. C.H.Beck. 16,95 Euro.

Zerstörtes Jemen – Said AlDailami

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 18.08.2020 22:04 Min. Verfügbar bis 18.08.2021 WDR 5


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