Kinderkur und Verschickung – Sabine Ludwig

Sabine Ludwig

Kinderkur und Verschickung – Sabine Ludwig

Toilettenverbot, beschämende Bestrafung beim Einnässen, Prügel, verfaultes Essen voller Würmer, bis zum Erbrechen vollgestopft werden – das hat Sabine Ludwig als Kind in Kur erlebt. Ihre Erlebnisse verarbeitet sie in Kinder- und Jugendliteratur.

Nach Veröffentlichung ihres Jugendbuchs "Schwarze Häuser" im Jahr 2014 wird sie von den Briefen Erwachsener überflutet. Sie alle schreiben, Ludwig habe ihre eigene Kurgeschichte aufgeschrieben. Bis heute ist es das einzige Buch, das Missstände in Kinderkurheimen thematisiert, in die zwischen den 1950er und 1990er Jahren Millionen Kinder verschickt wurden.

Schon 2017 fordert Ludwig in Veröffentlichungen der Journalistin Lena Gilhaus eine Anerkennung und Aufarbeitung des Leids der früheren "Verschickungskinder", wie sie sich heute nennen. Betroffene haben sich 2019 organisiert und sich mit 1.000 Berichten an die Politik und die Medien gewandt. 2020 erkennen die Jugend- und Familienminister der Länder ihr Leid an und versprechen Unterstützung bei der Aufarbeitung. Sabine Ludwig ergagiert sich im Verein "Aufarbeitung und Erforschung von Kinderverschickung" und hofft, dass darauf endlich Taten folgen.

Redaktion: Jessica Eisermann

Buchtipp:
Sabine Ludwig (2014) Schwarze Häuser. Hamburg: Dressler Verlag. 352 Seiten. ISBN 978-3-7915-1204-4

Kinderkur und Verschickung – Sabine Ludwig

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 24.11.2020 23:15 Min. Verfügbar bis 24.11.2021 WDR 5


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