Die Mutter pflegen – Ruth Schneeberger

Häusliche Pflege

Die Mutter pflegen – Ruth Schneeberger

Die Journalistin Ruth Schneeberger hat zehn Jahre lang ihre Mutter zu Hause gepflegt. Im Gespräch mit Ralph Erdenberger berichtet sie von den bürokratischen Hürden, aber auch davon wie "schön diese Jahre für beide waren."

Porträt Ruth Schneeberger

Schneeberger pflegte zehn Jahre ihre Mutter

Ruth Schneeberger war gerade einmal 29 Jahre alt, als sie ihre Mutter nach zwei Schlaganfällen und einer erfolglosen Reha zu sich nach Hause holt. Die Ärzte schätzen die Lebenserwartung auf wenige Monate. Auf zwei Jahre mit ihrer Mutter hatte die junge Journalistin gehofft, am Ende waren es zehn. Und im Rückblick sagt sie: "Ich habe mir am Anfang nicht vorstellen können, wie schön diese Jahre für uns beide werden würden." Dem standen die Kämpfe mit Krankenkassen, Behörden, Medizin und Pflegepersonal gegenüber. Sie belasteten den Alltag pflegender Angehöriger eher als zu entlasten.

Dabei wäre nach Einschätzung von Ruth Schneeberger der Pflegenotstand in Deutschland ohne die Millionen pflegender Angehöriger um Dimensionen dramatischer. Dennoch fehle es an politischer Aufmerksamkeit und gesellschaftlicher Wertschätzung für den häuslichen Pflegebereich. "Pflegende Angehörige haben keine Lobby", sagt sie. Ein Abbau bürokratischer Hürden, eine bessere Verteilung der finanziellen Mittel und vor allem deutlich mehr Effizienz seien zwingend erforderlich.

Redaktion: Julia Lührs

Buch-Tipp:
Ruth Schneeberger: Mama, du bleibst bei mir: Vom Glück und Unglück, einen Angehörigen zu pflegen. Blanvalet Verlag. 288 Seiten. 18 Euro.

Die Mutter pflegen - Ruth Schneeberger

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 03.12.2019 28:04 Min. Verfügbar bis 02.12.2020 WDR 5

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