Wie die Terrorangst uns verändert

Der ehemalige Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung, Peter Schaar spricht am 30.05.2015 in Berlin bei der Demonstration gegen Massenüberwachung durch Geheimdienste

Wie die Terrorangst uns verändert

Angst verändert Menschen, aber auch Demokratien. Der frühere Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, bezweifelt, dass immer neue Gesetze und mehr Überwachung wirklich für mehr Sicherheit sorgen.

Wohin es führt, wenn Angst systematisch instrumentalisiert wird, zeigt das aktuelle Wahlergebnis für die AfD. Aber können immer neue Gesetze, kann immer mehr (digitale) Technik die Sicherheit des einzelnen wirklich erhöhen? Peter Schaar hält das für eine Illusion. Er warnt vor einer Aushöhlung der Freiheitsrechte.

Gleichwohl hat sich spätestens seit dem Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo im Januar 2015 und den nachfolgenden Attentaten u.a. in Brüssel, Nizza, Berlin, Stockholm und London das politische Klima verändert. Nie war der Ruf nach mehr Sicherheit lauter als heute. Das setzt die politisch Verantwortlichen unter gewaltigen Druck. Immer mehr Überwachung allerdings ist für Peter Schaar die falsche Antwort auf die terroristische Herausforderung. Denn genau darauf zielen die Ideologen des Terrors letztlich ab: "Die Terrorangst verschiebt das politische Koordinatensystem in Richtung autoritärer Lösungen und entzieht der Demokratie die Luft zum Atmen."

Buchtipp:
Peter Schaar: Trügerische Sicherheit.
Wie die Terrorangst uns in den Ausnahmezustand treibt.
Hamburg: edition Körber. 2017. 286 S., 17,- Euro

Redaktion: Ursula Daalmann

Wie die Terrorangst uns verändert - Peter Schaar

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 29.09.2017 | 27:53 Min.

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