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"Wegwerfmenschen" als moderne Sklaven

Archiv: Mitarbeiter*innen eines Schlachthofs arbeiten am Fließband

"Wegwerfmenschen" als moderne Sklaven

Allein in NRW arbeiten 200.000 Menschen als Leiharbeiter*innen. Sie schlachten zum Beispiel Tiere, die billiges Discounter-Fleisch liefern – und sichern damit unseren Wohlstand. In der Redezeit plädiert Pfarrer Peter Kossen für faire Arbeitsbedingungen.

Pfarrer Peter Kossen

Pfarrer Peter Kossen

Sie arbeiten in Schlachthöfen, auf Werften, in den zahlreichen Subunternehmen der Paketdienste und in der Metallindustrie und trotz der Corona-Krise jetzt auch schon wieder auf den Spargelfeldern. Dabei fällt der Status von Leiharbeiter*innen auf den ersten Blick nicht auf. Das ändert sich schnell, sobald sie schwanger werden, unbezahlte Überstunden schieben oder in der Fleischfabrik bei einem Unfall vier Finger verlieren, aber vom "Arbeitgeber" nicht krankenversichert sind, weil der durch die Verzweigung der Subfirmen das Arbeitsrecht ausschaltet.

Ein Fall wie der letzte war es, der Pfarrer Peter Kossens Initiative auslöste. "Wegwerfmenschen" nennt er diese Leute. Denn wenn einer ausfällt, wird er gleich durch den nächsten aus Rumänien oder Bulgarien ersetzt. Was ihre Geschichten noch bestürzender macht: Diese Arbeiter*innen wissen oft selbst nicht einmal, welche Rechte sie haben, und fordern sie deshalb gar nicht erst ein.

Redaktion: Moritz Folk

"Wegwerfmenschen" als moderne Sklaven – Peter Kossen

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 11.03.2020 22:43 Min. Verfügbar bis 11.03.2021 WDR 5

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