Live hören
Jetzt läuft: The world is listening (Jay Baez Remix Instrumental) von Akua Naru
17.00 - 17.04 Uhr WDR aktuell

Von Menschen und Fliegen

Nahaufnahmne einer Stubenfliege

Von Menschen und Fliegen

Fliegen können auf penetrante Weise nerven. Sie sind aber nicht überflüssig, betont Peter Geimer. In der Redezeit erzählt er, wie bedeutsam Fliegen kulturgeschichtlich und in der Nahrungskette sind. Zudem sind sie für die Genforschung unverzichtbar.

Mensch und Fliege, das ist ein spezielles Verhältnis. Eine kleine Fliege kann einen so viel größeren Menschen fast in den Wahnsinn treiben. Entsprechend ihrer Eigenschaften ist auch ihre Rolle in der Kunst- und Kulturgeschichte: Fliegen sind Nervensägen, die stören – oder Störfaktoren, die sich eher zufällig eingeschlichen und verewigt haben, etwa auf der Linse eines Pioniers der Fotografie im 19. Jahrhundert. "Fliegen intervenieren, sie kommen, ohne gerufen worden zu sein, und lassen sich nieder, wo man sie nicht erwartet hatte", sagt der Kunsthistoriker Peter Geimer, geboren 1965 in Essen, der unter anderem in Bonn und Köln studierte und heute als Professor an der Freien Universtität Berlin forscht und lehrt.

Peter Geimer

Kunsthistoriker Peter Geimer

Für die Naturwissenschaften waren, so Peter Geimer weiter, die Fliegen lange völlig uninteressant; erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es erste Experimente. Was damals nicht absehbar war: Als Forschungsobjekte sollten die Fliegen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große Karriere hinlegen – bei Genforschern. Der Grund: Von Experimenten mit Fliegen lassen sich Rückschlüsse auf die Gene des Menschen ziehen – und Fliegen sind dabei auch noch extrem günstige "Versuchskaninchen", die man in Massen züchten kann. Die Folge: Heute kann man sogar einen Nobelpreis gewinnen, wenn man "nur" mit Fliegen experimentiert.

Redaktion: Claudia Dammann

Von Menschen und Fliegen - Peter Geimer

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 19.11.2018 | 24:00 Min.

Download