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Die (neue) Klassengesellschaft – Nicole Mayer-Ahuja

Eine Kassiererin sitzt in einem Supermarkt.

Die (neue) Klassengesellschaft – Nicole Mayer-Ahuja

Die Coronakrise hat deutlich gemacht, sagt die Soziologin Nicole Mayer-Ahuja, wie sehr unsere Gesellschaft von Menschen abhängig ist, deren (Arbeits-) Leistungen zu oft nicht adäquat gewürdigt und bezahlt werden. Das müsse sich ändern.

Porträtbild Nicole Mayer-Ahuja

Nicole Mayer-Ahuja fordert Anerkennung für Leistungsträger:innen

"Leistung muss sich wieder lohnen!" Der Slogan kennzeichnet seit den 1980er Jahren die deutsche Politik – und prägte auch die Ära von Angela Merkel. Aber lohnt sich Leistung wirklich? Für alle? Diese Fragen werfen die Forschungen von Nicole Mayer-Ahuja auf. Die Göttinger Soziologin blickt speziell auf die wachsende Anzahl an Menschen, die ihren Lebensunterhalt in mehr oder minder prekären Beschäftigungsverhältnissen verdienen (müssen). Die Coronakrise, sagt die Soziologin, schärfte unseren Blick auf diese abhängig Beschäftigten: "Sie halten den Laden am Laufen."

Für Nicole Mayer-AhujaIn sind die Arbeitnehmer:innen in der Pflege, im Handel, in der Nahrungsindustrie "verkannte Leistungsträger:innen", die zwar mit ihrer Arbeit große Leistungen erbringen, dafür aber in ihrer gesellschaftlichen Position bei weitem nicht genügend Anerkennung erhalten. Sie hat eine klare Forderung an die Politik der Nach-Merkel-Ära: Leistung muss sich endlich (wieder) lohnen. Für alle. Insbesondere aber auch für die, die heute mit ihrer Arbeit den Preis bezahlen für den Wohlstand unserer Gesellschaft.

Buchtipp:

Nicole Mayer-Ahuja und Oliver Nachtwey (Herausgeber): Verkannte Leistungsträger:innen. Berichte aus der Klassengesellschaft. Suhrkamp, 2021. 567 Seiten. ISBN 978-3-518-03601-3. 22 Euro.

Redaktion: Valentina Dobrosavljević

Die (neue) Klassengesellschaft – Nicole Mayer-Ahuja

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 17.09.2021 23:58 Min. Verfügbar bis 17.09.2022 WDR 5


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