Kommunikation Mensch und Maschine

Ein Mann sitzt vor einem kleinen Roboter und schaut ihn an

Kommunikation Mensch und Maschine

Roboter unterstützen uns nur, glauben die einen. Roboter werden wie Menschen sein, nur besser, mutmaßen andere. Können wir uns dann auch in einen Roboter verlieben? Wir sprechen mit der Sozialpsychologin Nicole Krämer.

Alexa, Siri & Co. machen auf Befehl das Licht aus, regeln die Temperatur runter, schreiben und versenden Nachrichten. Sprach-Assistenten werden in Zukunft für uns telefonieren und Termine ausmachen, prophezeit Google. Und was sagt der Mensch dazu? Wie reagiert er auf sprachbegabte Künstliche Intelligenz?

Im Film "Her" malt sich 2014 Regisseur Spike Jonez aus, was passiert, wenn sich Mensch und Maschine über Sprache näher kommen. Der Protagonist ist ein Mann, die Maschine ist ein Betriebssystem namens Samantha. Die drückt sich nicht nur wahnsinnig poetisch aus, sie klingt auch extrem sexy. Eine Stimme so erotisch, dass das Männchen der Gattung Mensch gar nicht anders kann als sich in die künstliche Intelligenz zu verlieben.

Nicole Krämer, Professorin für Sozialpsychologie, Medien und Kommunikation an der Universität Duisburg-Essen

Nicole Krämer, Professorin für Sozialpsychologie, Medien und Kommunikation an der Universität Duisburg-Essen

Schlicht zu tumb, seien Sprachassistentinnen wie Alexa, Siri und Co. aktuell noch, um so etwas wie die fiktive Leinwand KI Samantha zu leisten. Davon ist Nicole Krämer, Professorin für Sozialpsychologie, Medien & Kommunikation an der Universität Duisburg-Essen fest überzeugt. Filme wie "Her" sieht sie eher kritisch, "weil das wieder suggeriert – wie im Moment in den Medien überall – wir hätten übermorgen solche interagierenden Systeme. Und das werden wir nicht haben. "Menschen könnten sich zwar auch zu Objekten hingezogen fühlen und die irgendwie auch attraktiv finden. Bis sich daraus aber so etwas wie Freundschaft, geschweige denn Liebe zwischen Mensch und Maschine anbahnt, muss auf der Ebene der Kommunikation noch viel passieren. Denn wie bitteschön, so Krämer, soll eine künstliche Intelligenz, Gefühle interpretieren und nachahmen können, wenn sie schon bei einfachsten Dialogen ins Schleudern gerät?

Was können Alexa, Siri & Co. heute schon? Warum boomen sie? Wie reagieren Menschen auf die Sprachversuche der KI, beeinflussen die womöglich auch das zwischenmenschliche Sprachverhalten? Darüber spricht Nicole Krämer, Professorin für Sozialpsychologie, Medien und Kommunikation in der Redezeit mit Elif Senel.

Redaktion: Heiko Hillebrand

Kommunikation Mensch und Maschine – Nicole Krämer

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 19.09.2019 24:13 Min. Verfügbar bis 18.09.2020 WDR 5

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Stand: 18.09.2019, 11:36