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Wie entsteht das Böse?

Silhouette eines Mannes.

Wie entsteht das Böse?

Menschen streben nach Anerkennung, Liebe und Ganzheit. Das Erleben von Getrenntsein ist die Quelle von Unglück und Schmerz, sagt Dr. Nahlah Saimeh. In der Redezeit erklärt die forensische Gutachterin und Psychiaterin, worin böses Handeln seinen Ursprung hat.

Nahlah Saimeh

Das böse Handeln hängt letztlich in seinem tiefsten Grund mit dem Erfahren von Getrenntsein in der Welt zusammen, sagt Psychiaterin Nahlah Saimeh

Viele Straftäter, mit denen die Psychiaterin Dr. Nahlah Saimeh spricht, haben erhebliche Auffälligkeiten in ihrer Persönlichkeitsstruktur und kompensieren die frühe Erfahrung mangelnder Konstanz und mangelnder Zuwendung mit antisozialem Handeln, mit der Inszenierung von Stärke und Unerschütterlichkeit, um letztlich unverwundbar durch das Leben zu gehen. Oftmals ist aber "böses Handeln" keine Folge psychischer Störungen im Sinne einer klinischen Diagnose. Motive für böses Handeln sind so vielfältig wie die Menschen selbst: Langeweile, Gruppendruck, Streben nach Anerkennung, Eitelkeit, Gier, Eifersucht, sexuelle Lust, Überforderung, Hass und auch Pseudo-Altruismus.

Nicht jeder Mensch ist gleichermaßen zu bösem Handeln befähigt oder gefährdet. Heftige, schwer kontrollierbare Emotionen, selbstschädigende Neigungen, Wut, Neigung zu Schuldzuschreibungen an andere, Unfähigkeit zur Einfühlung sind Risikofaktoren für destruktives Handeln. Forensiker wie Dr. Nahlah Saimeh arbeiten an der Schnittstelle zwischen Psychiatrie und Psychotherapie sowie Kriminologie beziehungsweise Strafvollzug. Sie haben den Auftrag, Gefährlichkeit zu behandeln und vor Rückfallstraftaten zu schützen. Es geht um sekundäre Kriminalitätsprävention und damit darum, die Gesellschaft sicherer zu machen.

Redaktion: Beate Wolff

Wie entsteht das Böse? - Nahlah Saimeh

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 13.12.2018 | 26:33 Min.

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