DDR-Werte statt Selfie-Wahn?

DDR-Werte statt Selfie-Wahn?

Nach dem Mauerfall vor 30 Jahren erleben wir gerade erneut eine Zeit des Umbruchs: Die digitale Revolution. Was die Wiedervereinigung Deutschlands und das Internet gemeinsam haben, erläutert Autor Michael Nast in der Redezeit.

Der Mauerfall, den Ost-Berliner Michael Nast im Alter von 14 Jahren erlebte, war ein harter Schnitt. Die digitale Revolution hingegen sei ein Prozess, der gerade erst begonnen habe – und unser aller Leben grundlegend verändern werde. Und im Gegensatz zur Wiedervereinigung betreffe diese Veränderung nun wirklich alle. Das Gebiet der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik, Ost- und Westdeutschland, driften heute mehr auseinander als dass sie zusammen zu finden, so scheint es. Bis heute gebe es große Missverständnisse zwischen Ost und West, so die These des neuen Buches von Michael Nast. Nach der Wende mussten sich die sogenannten Ostdeutschen dem Westen anpassen. Man habe die Chance verpasst, positive Dinge aus der damaligen DDR in die Gesellschaft einzubringen – wie etwa den hohen Stellenwert von sozialen Kontakten. Und so stellt Nast die Frage: Brauchen wir vielleicht gerade heute – in Zeiten von Selfie-Wahn, Ichbezogenheit und dem Schwelgen in Luxusproblemen – Werte der DDR zurück?

Buchtipp
Michael Nast: Vom Sinn unseres Lebens: Und andere Missverständnisse zwischen Ost und West. Edel Books 2019. 208 Seiten. 17,95 Euro.

Redaktion: Lioba Werrelmann