Live hören
Jetzt läuft: The Office von Me and Reed & Golden Ticket Tapes

Artensterben: Bedrohlicher als Klimawandel?

Matthias Glaubrecht steht vor einem Dinosaurier-Skelett

Artensterben: Bedrohlicher als Klimawandel?

Die größte Krise des 21. Jahrhunderts sei nicht der Klimawandel, sondern das Artensterben. Dieses bedrohe massiv die Existenz des Menschen, mahnt der Evolutionsbiologe Prof. Matthias Glaubrecht in der Redezeit. Was können wir dagegen tun?

Der menschengemachte Klimawandel ist nur ein Nebenschauplatz, so die zentrale These von Matthias Glaubrecht. Der Evolutionsbiologe erforscht die Artenvielfalt unserer Welt. Und auch ohne Erderwärmung arbeiten wir uns derzeit in eine Krise des Lebens, sagt er. Wenn weiterhin sämtliche Lebensräume der Erde übernutzt, der Regenwald abgeholzt und die Meere geplündert werden, wird der Klimawandel kaum noch etwas zur ökologischen Apokalypse beitragen können, was die Artenkrise nicht schon mit sich gebracht hätte.

Unzählige Arten sterben rasant aus. Nach Analysen des Weltbiodiversitätsrats IPBES werden bis Mitte des 21. Jahrhunderts bis zu eine Million größerer und bekannterer Tier- und Pflanzenarten verloren sein. Dieser größte Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier könnte im Ende der Evolution münden, fürchtet Matthias Glaubrecht. Der Professor für Biodiversität der Tiere am Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg ist überzeugt: Damit ist das Überleben der Menschheit in Gefahr. Und wie beim Klimawandel gilt auch beim Artensterben: Die nächsten Jahrzehnte sind entscheidend, wenn die drohende Katastrophe noch abgewendet werden soll.

Redaktion: Lioba Werrelmann

Buchtipp

Matthias Glaubrecht: Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten. München: Bertelsmann 2019, 1072 Seiten, ISBN 978-3-570-10241-1.

Artensterben: Bedrohlicher als Klimawandel? Matthias Glaubrecht

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 11.02.2020 27:25 Min. Verfügbar bis 10.02.2021 WDR 5

Download