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Von der Freiheit, sich zu trennen

Junge und Mädchen stehen mit verschränkten Armen nebeneinander an der Wand.

Von der Freiheit, sich zu trennen

Das liebe Geld, die heilige Familie, die Angst, allein zu sein: Sich zu trennen fällt oft schwer – und ist zugleich kein rein privates Problem, meint Autorin Laura Ewert. Ihr Rat in der Redezeit: Verantwortung übernehmen und gehen.

Die Zweierbeziehung gelte in unserer Gesellschaft als der höchste zu erreichende Daseinszustand – auch deshalb verharrten viele Menschen viel zu lange in unglücklichen Beziehungen, meint Laura Ewert. Woher sollen wir auch wissen, welches die "richtigen" Gründe sind, uns zu trennen?

Porträt von Laura Ewert

Laura Ewert, Autorin

Eine Paarbeziehung, sagt die Autorin, böte die Hoffnung, niemals allein durchs Leben gehen zu müssen. Sie bediene unseren irrationalen Wunsch nach Ewigkeit. In den meisten Beziehungen ende diese Ewigkeit allerdings spätestens nach ein paar Jahren oder – wenn's gut läuft – Jahrzehnten.

Meist sei der Kummer groß, das Gefühlschaos außerordentlich. Dabei bedeuteten Trennungen ungewöhnliche Chancen. Sie seien zwar anstrengend, es bildeten sich aber auch Fähigkeiten heraus, die in einer Zweierbeziehung oft verkümmerten. Plötzlich seien wir ganz allein verantwortlich für unser eigenes Glück. Eine Trennung könne sogar rauschhafte Gefühle wie beim ersten Verliebtsein hervorrufen, sagt Laura Ewert.

Zusammen mit Heike Blümner hat sie ein Buch über die Trennung geschrieben. Mit viel Humor durchleuchten die beiden Autorinnen deren Winkelzüge, beschreiben, wie gut wir heute im Vergleich zu früheren Zeiten auf Trennungen vorbereitet sind, und finden: Wir trauen uns nur zu selten, Schluss zu machen.

Redaktion: Lioba Werrelmann

Buchtipp

Heiek Blümner, Laura Ewert:  Schluss jetzt – von der Freiheit sich zu trennen, Verlag hanserblau 2019, 224 Seiten, 15 €. ISBN: 978-3446261976

Von der Freiheit, sich zu trennen - Laura Ewert

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 20.02.2019 26:55 Min. Verfügbar bis 20.02.2020 WDR 5

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