Klimasünden vor Gericht

Kleinbauer Saúl Luciano Lliuya sitzt mit seiner Anwältin Roda Verheyen im Oberlandesgericht in Hamm.

Klimasünden vor Gericht

Anwältin Roda Verheyen kämpft für Klimagerechtigkeit und vertritt Betroffene des Klimawandels aus aller Welt, wie den peruanischen Bauern Saúl Luciano Lliuya. In seinem Auftrag hat sie den Energiekonzern RWE verklagt.

Wegen der Gletscherschmelze droht der Staudamm zu bersten, der oberhalb des Dorfes von Saúl Luciano Lliuya liegt. Kann man den rheinischen Energiekonzern RWE dafür verantwortlich machen? Ja, argumentiert Roda Verheyen, denn er sei einer der Hauptverursacher der Erderwärmung und trage deshalb durchaus Verantwortung. Daher fordern sie und ihr Mandant, dass sich RWE an Schutzmaßnahmen beteiligt.

In diesem Fall geht es "nur" um 20.000 Euro. Doch die Wirkung eines möglichen Urteils wäre ungleich gravierender. Allein die Tatsache, dass die Klage zugelassen wurde, gilt als wegweisend: Wenn der Klimawandel deutlicher als eine Sache des Rechts und eine der Gerechtigkeit betrachtet wird, könnte das politisch und ökonomisch enorme Folgen haben – und zwar insbesondere für die Menschen, für die die Anwältin sich ganz bewusst einsetzt: Die zukünftigen "Klimaverlierer".

Roda Verheyen ist Gründerin und Mit-Leiterin des Netzwerks "Climate Justice Programme", das Juristen international über rechtliche Möglichkeiten in Sachen Klimawandel informiert.

Redaktion: Valentina Dobrosalvjevic

Klimasünden vor Gericht - Roda Verheyen

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 15.10.2018 | 25:43 Min.

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