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Mobile Biogasanlagen als Rucksack

Afrikanische Frau mit "Pupsrucksack" auf dem Rücken

Mobile Biogasanlagen als Rucksack

Die deutsche Agrartechnikerin Katrin Pütz hat eine mobile Biogasanlage entwickelt. Sie will die Idee unter anderem in Afrika verbreiten – als Geschäftsmodell, nicht als Entwicklungshilfe. Der Clou: Wer zu viel Gas produziert, kann es verkaufen. In der Redezeit berichtet sie über die ersten Erfahrungen.

Agrartechnikerin Katrin Pütz

Die Biogasanlagen von Katrin Pütz und die dazugehörigen Rucksäcke werden bereits in mehreren afrikanischen Ländern vertrieben. Die deutsche Agrartechnikerin kooperiert dafür mit afrikanischen Importeuren und Installateuren, die jeweils auf eigene Rechnung arbeiten. 

Angebote, sich bei der Verbreitung der Anlagen mit Hilfsorganisationen zusammenzutun, hat Katrin Pütz bewusst abgelehnt. Damit hätte sie zwar ihren Umsatz gesteigert, aber sie ist davon überzeugt, dass eine Gesellschaft sich besser entwickeln kann, wenn die Bevölkerung die Verantwortung selbst übernimmt – und die Regierungen die Verantwortung für ihre Bevölkerung. Sie sagt: "Entwicklungshilfe verzerrt den Markt, lähmt Eigeninitiative, verführt zur Abhängigkeit und entlässt die Staaten des globalen Südens aus der Verantwortung für ihre Bürgerinnen und Bürger". 

Energie aus dem Rucksack – Das Social Business von Katrin Pütz

Die mobile Mini-Biogas-Anlage von Katrin Pütz ist so günstig, dass afrikanische Bauern sie bezahlen können, und so einfach, dass sie in zwei Stunden aufgebaut ist. Außerdem kann man das produzierte Biogas in einem riesigen Rucksack transportieren und weiterverkaufen.

Verschiedene Formen und Größen des Biogasrucksacks wurden in Benin ausprobiert, wo die Haushalte oft zu wenig Platz für den großen Rucksack hatten.

Installateurstraining in Äthiopien.

Fütterung der Anlage nach einem Training für neue Geschäftspartner in Rwanda.

Kuhdung mit Wasser anrühren in Mali – die erste Fütterung erfolgt mit Kuhdung, um die richtigen Bakterien zu bekommen.

Umzug einer Biogasanlage: entleeren, versetzen, neu installieren. Die Anlage kommt mit, wenn eine Familie umzieht oder der Platz anderweitig gebraucht wird, hier Schule in Rwanda.

Eine Biogasanlage in Kenia im täglichen Gebrauch mit direkter Ableitung des Düngers auf das benachbarte Feld.

Der Gärrest ist ein sehr guter organischer Dünger und wird von den Bauern sehr geschätzt und teuer verkauft.

Füllstation für Biogasrucksäcke in Benin.

Biogastransport in Benin von der Biogasfüllstation, wo aus organischen Haushaltsabfällen Biogas produziert wird.

So einfach ist der Transport von einer Portion Biogas, die für 2 bis 4 Stunden Kochen reicht.

Biogasrucksack vor einem Haus, das Biogas an der zentralen Anlage des Müllverwertungszentrums von ReBin in Benin bezieht.

Biogasruck bleibt draußen, eine einfache Leitung verbindet ihn mit dem Biogaskocher im Haus.

Einfachste Art zu Kochen mit Biogas direkt aus dem Rucksack – Gewicht drauf und los geht’s.

Biogasproduktion auf einer Farm in Gurage, Äthiopien.

In einem indischen Dorf in Haryana, nach einem Biogastraining für Geschäftspartner aus Indien und Nepal.

Redaktion: Regina Tanne

Mobile Biogasanlagen als Rucksack – Katrin Pütz

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 04.02.2020 25:51 Min. Verfügbar bis 03.02.2021 WDR 5

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