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Die positive Seite der Todesangst

Hände im Wasser greifen nach Rettungsring

Die positive Seite der Todesangst

Übersteigerte Ängste zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Wie sie auch den Berliner Psychotherapeuten Jan Kalbitzer überkamen und wie er sie überwand, erzählt er in der Redezeit.

Psychotherapeut Jan Kalbitzer

Psychotherapeut Jan Kalbitzer

Atemnot und Schwindel, Entfremdungsgefühle und die Angst vor dem totalen Kontrollverlust: Das sind typische Symptome von Panikattacken. Bei manchen Menschen treten sie nur einmal auf. Angststörungen werden trotz ihrer Häufigkeit immer noch gesellschaftlich tabuisiert und stigmatisiert, moniert der Psychiater und Psychotherapeut Jan Kalbitzer. Er selbst glaubte mit 37 Jahren, als in seinem Leben alles gut zu laufen schien, plötzlich sterben zu müssen. Körperliche Beschwerden hatte er vorher nicht an sich bemerkt. Das sei durchaus nicht untypisch für erfolgreiche Menschen im mittleren Alter. Auch Therapeuten und Ärzte entwickeln die Angst zu sterben, obwohl sie physisch gesund sind.

Kalbitzer tritt nach seiner persönlichen Krisenerfahrung dafür ein, solche Ängste nicht sofort mit eine diagnostische Schublade zu packen oder zu tabuisieren und zu stigmatisieren. Was versteht Kalbitzer als Fachmann für die Psyche unter einer Angststörung? Wie erlebte er seine eigene Angst, sterben zu müssen? Wie reagierte er auf dieses Erlebnis? Und was rät er Menschen, die etwas Ähnliches erleben oder sterben wollen, obwohl sie körperlich gesund sind?

Literaturtipp
Jan Kalbitzer. Das Geschenk der Sterblichkeit: Wie die Angst vor dem Tod zum Sinn des Lebens führen kann. Karl Blessing Verlag 2018. 193 Seiten. 13,99 Euro.

Redaktion: Beate Wolff

Die positive Seite der Todesangst - Jan Kalbitzer

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 12.03.2019 25:23 Min. WDR 5

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