Was Berge aus Menschen machen

Die Eiger Nordwand

Was Berge aus Menschen machen

Professorin und Extrembergsteigerin Helga Peskoller weiß, was es bedeutet, über dem Abgrund zu schweben. Warum die 62-Jährige seit ihrer Jugend klettert und weder Höhe noch Einsamkeit scheut, erzählt sie in der Redezeit.

Was ihr die Berge bedeuten? Helga Peskoller sagt, sie wären für sie eine Art Lebensschule gewesen. Alles, was sie heute noch braucht, die Art und Weise, wie sie Dinge angeht, habe sie dort gelernt. "Das Bergsteigen war das erste Modell, für alles, was danach kam. Wie ich gelernt habe, zu singen, zu schreiben, mit meinem Sohn umzugehen."

Portät von Helga Peskoller

Helga Peskoller, Professorin für Erziehungswissenschaften und Bergsteigerin

Helga Peskoller schreckt es nicht ab, wenn es gefährlich wird oder sich ihr ein Widerstand in den Weg stellt. Sie genießt es, über der Waldgrenze zu sein. Dort, wo es wieder weit wird und offen. "Da habe ich das Gefühl, es ist alles ziemlich klar geordnet, und ich liebe das ausgesetzt sein, sprich: ganz unmittelbar in Berührung zu sein mit etwas, was starke Kargheit ausmacht." Ihr Ding ist nicht die Fülle, sie mag keine vollgestellten Räume, nicht mal den Wald. Das Leere, das Puristische zieht sie an. Die Pädagogikprofessorin sagt von sich: "In erster Linie bin ich Bergsteigerin, ich bin am Berg groß geworden. Erst in zweiter Linie bin ich Wissenschaftlerin" und "ich wäre nicht Wissenschaftlerin geworden, wenn der Berg nicht so viele Probleme und Fragen aufgeworfen hätte".

Redaktion: Regina Tanne

Was Berge aus Menschen machen – Helga Peskoller

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 11.10.2019 26:08 Min. Verfügbar bis 10.10.2020 WDR 5

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