Im Schreiben zu Hause – Hanns-Josef Ortheil

Hanns-Josef Ortheil

Im Schreiben zu Hause – Hanns-Josef Ortheil

Ein Notizbuch hat Hanns-Josef Ortheil immer dabei, um zu verarbeiten, was er sieht. An Tagen, an denen er nicht schreiben kann, stellt sich Unwohlsein ein. In der Redezeit gibt der in Köln geborene Autor Einblicke in seine Schreibwerkstatt.

Hanns-Josef Ortheil zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren. Sein Schreibtag beginnt früh morgens um sechs. Dann hält er den vergangenen Tag in einer Chronik fest. Erst danach folgt die Arbeit an aktuellen Projekten mit Hilfe von Notizen, Fotos, Zeitungsausschnitten, die er in vorangegangenen Wochen und Monaten gesammelt hat.

Seine Schreib- und Sammelwut bezeichnet er selbst als "private Obsession", die auf tief sitzenden Ängsten beruhe, erneut die Sprache zu verlieren. So war es ihm als Kleinkind ergangen. Hanns-Josef Ortheil ist mit einer Mutter groß geworden, die durch den Verlust vier ihrer Söhne durch den Krieg verstummt war. Hanns-Josef, der fünfte und jüngste Sohn, wuchs weitgehend in Stille auf und hörte als Vierjähriger schließlich auch auf zu sprechen.

Durch eine liebevolle Schreibschule seines Vaters fand er zur Sprache zurück. So wurde das Schreiben für Hanns-Josef Ortheil zur existentiellen Notwendigkeit. In der Redezeit berichtet der Autor, was ihm das Schreiben bedeutet und warum er in seinen Werken immer wieder gerne nach Italien zurückkehrt.

Redaktion: Jessica Eisermann

Im Schreiben zu Hause – Hanns-Josef Ortheil

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 25.05.2020 25:44 Min. Verfügbar bis 25.05.2021 WDR 5

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