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Wofür steht heute Hoyerswerda? – Grit Lemke

Plattenbau in Hoyerswerda

Wofür steht heute Hoyerswerda? – Grit Lemke

Im September 1991 werden in Hoyerswerda in Sachsen Asylsuchende und DDR-Vertragsarbeiter aus Vietnam und Mosambik von einem wütenden Mob angegriffen. Autorin und Regisseurin Grit Lemke, selbst in der Stadt aufgewachsen, hat mit Opfern und Zeitzeugen gesprochen.

Hoyerswerda in Sachsen ist DDR-Arbeiter-Musterstadt, Heimat einer avantgardistischen Kulturszene und Ort ausländerfeindlicher Pogrome. 30 Jahre nach den Ausschreitungen in Hoyerswerda äußern sich in Grit Lemkes dokumentarischem Roman "Kinder von Hoy" Menschen, die all diese Facetten ihrer Heimatstadt kennen:

Ein Vertragsarbeiter aus Mosambik erzählt von den rassistischen Angriffen auf ihn. Die Mitarbeitenden eines Jugendclubs berichten von ihrer Schockstarre und der Angst, selbst Opfer von rechter Gewalt zu werden. Ein Punk und Musiker, der die Übergriffe als Kleinkind miterlebt hat, fordert die Generation seiner Eltern auf, sich endlich ihrer Verantwortung an den Pogromen zu stellen.

Grit Lemke

Grit Lemke, Autorin und Regisseurin

Der Autorin und Dokumentarfilmerin Grit Lemke gelingt es mit ihrem Buch, eine neue Gedenkkultur in ihrer Stadt anzustoßen. Zeitzeug:innen der Übergriffe sprechen zum ersten Mal offen über ihre Angst und ihre Schuld.

Redaktion: Jessica Eisermann

Buchtipp

Grit Lemke (2021): Kinder von Hoy. Freiheit, Glück und Terror. Berlin: Suhrkamp Taschenbuch Verlag. 256 Seiten. ISBN 978-3-518-47172-2.

Wofür steht heute Hoyerswerda? – Grit Lemke

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 12.10.2021 24:16 Min. Verfügbar bis 12.10.2022 WDR 5


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