Hypochondrie: Einbildung oder Krankheit?

Eine Frau recherchiert ihre Krankheitssymptome im Internet.

Hypochondrie: Einbildung oder Krankheit?

Menschen, die unter Krankheitsangst leiden, werden oft nicht ernst genommen. Zu Unrecht, sagt Gernot Langs, der als Arzt und Psychiater die einzige Station für Hypochondrie in Deutschland leitet.

Gernot Langs

Gernot Langs behandelt Hypochonder.

Einbildung – oder nicht? Das ist eine zentrale Frage, wenn es um die Hypochondrie geht. Und das rührt unmittelbar an ein ganz grundsätzliches Thema der Medizin: Was genau ist eigentlich "krank" - und was nicht? Tatsache ist, so Gernot Langs, dass Krankheitsangst zu Krankheit führen kann, viele Krankheitsängstliche bekommen Depressionen, um die 10 Prozent werden irgendwann arbeitsunfähig.

Gernot Langs ist ärztlicher Leiter der Schön-Kliniken in Bad Bramstedt. Hier werden vorwiegend Menschen behandelt, die unter einem Burn-out leiden, aber es gibt eben auch eine Station mit 20 Betten für Menschen, die unter chronischer Krankheitsangst leiden.

Studien legen nahe, dass zwischen 15 und 30 Prozent aller Hausarztbesuche "hypochondrisch bedingt" sind, die Krankheitsangst ist also auch eine massive Kostenfrage. 10 bis 15 Prozent aller Deutschen erleben im Laufe ihres Lebens zumindest mal eine hypochondrische Phase. Und das hat Gründe, meist Traumatisierungen. "Niemand kommt als Hypochonder zur Welt", sagt Gernot Langs.

Redaktion: Julia Lührs

Hypochondrie: Einbildung oder Krankheit? – Gernot Langs

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 04.08.2020 19:34 Min. Verfügbar bis 04.08.2021 WDR 5

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