Industrie 4.0: Wo bleibt der Mensch?

Mehrere Schweissroboter arbeiten an der Karosse eines Porsche Macan im Karosseriebau im Werk Leipzig.

Industrie 4.0: Wo bleibt der Mensch?

Trotz Digitalisierung, Globalisierung und Klimawandel: Auch in Zukunft wird es genug Arbeit geben, sagt Arbeitsmarktforscher Gerhard Bosch in der Redezeit. Doch wir müssen heute die Bedingungen dafür schaffen.

Porträt von Gerhard Bosch

Prof. Dr. Gerhard Bosch, Soziologe

Wie alle großen technologischen Umbrüche in der Vergangenheit weckt auch die neue Welle der Digitalisierung Ängste bei vielen Beschäftigten. Stehen wir vor einer gigantischen Rationalisierungswelle mit Massenarbeitslosigkeit? Verliere ich meinen sicheren Job und arbeite nur noch als digitaler Tagelöhner auf Abruf ohne kalkulierbare Arbeitszeiten und verlässliches Einkommen? Kann ich mich noch auf den Wohlfahrtstaat verlassen,  oder brauchen wir völlig neue Antworten, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen oder eine Maschinensteuer?

Wie schon bei früheren technologischen Umwälzungen liegen Chancen und Risiken eng beieinander. Gerhard Bosch, Senior Professor des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen und seit 2016 Mitglied der "Allianz für Wirtschaft und Arbeit 4.0" des Landes NRW bleibt dennoch optimistisch. Wenn man die Chancen neuer Technologien nutzen will, muss man heute die Bedingungen dafür schaffen, so Bosch. Dabei werde man große Widerstände überwinden müssen – bei den Profiteuren von Billiglöhnen und Steuerflucht, aber auch bei Arbeitnehmern, die Angst vor der Zukunft haben. Furcht vor den neuen Technologien sei kein guter Ratgeber für die Gestaltung der Zukunft – auch wenn sie nicht immer unbegründet ist.

Redaktion: Heiko Hillebrand und Felix Ohmes


Industrie 4.0: Wo bleibt der Mensch?

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 23.05.2019 26:06 Min. Verfügbar bis 22.05.2020 WDR 5

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