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Gerald Hüter über das Schenken

Weihnachtsgeschenke

Gerald Hüter über das Schenken

Die Geschenkefrage stellt Familien jedes Jahr auf die Probe. Für den Neurobiologen Gerald Hüther, selbst Vater und Großvater, sind die meisten Geschenke fragwürdige Verführungen. In der Redezeit erzählt der Hirnforscher, welche Gaben er nie vergessen hat – und weshalb.

Gerald Hüter

Hirnforscher Gerald Hüter hat eine kritische Einstellung zum materiellen Schenken.

Gerald Hüther zählt zu den bekanntesten Hirnforschern Deutschlands und versteht sich seit vielen Jahren als Brückenbauer zwischen wissenschaftlicher Forschung und individueller Lebenspraxis. Der "Bildungsguru", wie der Neurologe gerne spöttisch genannt wird, ist ein Überzeugungstäter. Auch beim Schenken. Seiner Meinung nach brauchen glückliche Kinder gar keine materiellen Geschenke, die doch nur als Ersatz für ungestillte Bedürfnisse fungieren.

Für den studierten Biologen werden Kinder mit sogenannten gut gemeinten Geschenken indirekt auch auf die Konsumgesellschaft vorbereitet. Es werden Erwartungen nach immer größeren Geschenken geweckt und das öffnet Tür und Tor für die Einstellung: Je mehr ich habe, umso besser. Beim Vergleich der Gaben mit denen von Freunden oder Geschwistern, sind Kinder schnell in der Wettbewerbsgesellschaft angekommen.

Der Forscher plädiert für ein Umdenken. Miteinander eine besinnliche Zeit verbringen in der Natur oder beim Bau der Eisenbahn. Gemeinsame Erlebnisse beim Kauf eines Fahrrads oder beim Oma-Wochenende erzeugen ein tieferes Gefühl von Verbundenheit als materielle Güter.

Redaktion: Julia Lührs

Über das Schenken – Gerald Hüter

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 24.12.2019 26:06 Min. Verfügbar bis 23.12.2020 WDR 5

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