"Wo zum Teufel bin ich?"

Wege in einem Park kreuzen sich

"Wo zum Teufel bin ich?"

Zu Fuß unterwegs nach dem Prinzip WdgW, dem Weg des geringsten Widerstands: Der Berliner Publizist Florian Werner wanderte zweieinhalb Wochen diesem Prinzip folgend durchs Land.

"Du sollst immer den Weg des geringsten Widerstands wählen. Wenn der rechte Weg bergauf führt, gehe nach links. Wenn der Wind von Osten weht, gehe nach Osten. Wenn dir alle Wege gleich widerstandsfähig zu sein scheinen, wähle den Weg, der deinem Auge auf Anhieb schmeichelt" – eines der "zehn Gebote des geringsten Widerstands", die sich Florian Werner für sein Unternehmen auferlegt hatte.

Porträt Florian Werner

Der Weg sollte vor der Haustür beginnen, der Wandernde sollte nicht wissen, wohin es geht – er soll sich überraschen lassen. Florian Werner wanderte im Sommer 2017 von Berlin Prenzlauer Berg zunächst länger durch Berlin, bis ihn der Zufall schließlich über Potsdam und die Gegend um Magdeburg nach Hamburg und in Richtung Stade führte. Unterwegs hatte er jede Menge seltsame Begegnungen mit Mensch und Tier und reichlich Zeit zur Reflexion. Denn wenn man allein unterwegs ist, wandern die Gedanken auch besonders.

Wir leben, zitiert Florian Werner den Philosophen Peter Sloterdijk, in der Moderne in einer permanenten "Vertikalspannung" – es geht fast immer ums Höher, Schneller, Weiter, dem zu Grunde liegt der ständige Wunsch nach Optimierung. Dem setzt Florian Werner den Weg des geringsten Widerstands per pedes entgegen, mit einem kleinen Zwinkern, versteht sich.

Redaktion: Jessica Eisermann

Buchtipp:
Florian Werner (2018): Der Weg des geringsten Widerstands. 256 Seiten. München, Nagel & Kimche

"Wo zum Teufel bin ich?" - Florian Werner

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 13.08.2018 | 26:56 Min.

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