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Ein Foto aus den 50er Jahren zeigt eine junge Hausfrau mit Schürze in ihrer Küche

Evke Rulffes: Die Erfindung der Hausfrau

Sie basteln, backen, putzen aus purer Liebe – aber ihre Arbeit bleibt unsichtbar und unbezahlt. Die Kulturwissenschaftlerin Evke Rulffes zeigt auf, wie das Stereotyp der Hausfrau erfunden wurde und weshalb es heute noch so wirkmächtig ist.

Kinder, Küche, häuslicher Komfort: Sich darum zu kümmern sind für Evke Rulffes fordernde und dennoch weitgehend "unsichtbare", unbezahlte alltägliche Arbeiten. Sie werden seit gut 250 Jahren fast ausschließlich von Frauen wahrgenommen. Das war keineswegs immer so. Dass sich der Stereotyp der bürgerlichen Hausfrau erst im 19. Jahrhundert etabliert hat, belegt Evke Rulffes durch historische Haushaltsratgeber.

Managten Frauen zuvor als angesehene "Hausmütter" einen Haushalt mit vielen Beschäftigten, beendete das Ideal der Liebesheirat diesen Zustand. In der wachsenden bürgerlichen Schicht wurde es populär, dass häusliche Arbeit nur noch von der Ehefrau geleistet wurde.

Wie emanzipiert sich die heutige Generation von ihren Großmüttern auch fühlen mag, spätestens wenn der Kuchen für den Kindergeburtstag nicht selbstgebacken ist, wird deutlich: Trotz aller Emanzipation lastet weiter der unausgesprochene Druck auf der modernen Frau, eine gute Hausfrau und Mutter zu sein hat. Die Entwertung der einst mächtigen Hausmutter hat sich aus ideologischen Motiven entwickelt, sehr zum Nachteil der Frauen.

Buchtipp:

Evke Rulffes: Die Erfindung der Hausfrau. Geschichte einer Entwertung.
Harper Collins Verlag 2021, 288 Seiten, 22 Euro. ISBN-10: ‎3749902402.

Gast: Evke Rulffes

Redaktion: Lioba Werrelmann

Evke Rulffes: Die Erfindung der Hausfrau

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 12.11.2021 24:37 Min. Verfügbar bis 12.11.2022 WDR 5


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