Live hören
Töne, Texte, Bilder - Das Medienmagazin mit Steffi Orbach
Eckhard Nagel

Sterben ist ein Teil des Lebens – Eckhard Nagel

Der Transplantationschirurg Eckhard Nagel hat am eigenen Leib erfahren, wie lebensbedrohliche Erkrankungen oder der Tod naher Angehöriger den Blick auf Leben und Sterben verändern. Gemeinsam mit Elke Büdenbender plädiert er für eine neue "Kultur des Sterbens".

Eine Gesellschaft, die das Sterben zur Privatsache macht und den Tod aus der öffentlichen Wahrnehmung immer mehr verdrängt, verleugnet die zentrale Erfahrung der Endlichkeit allen Lebens. Darin sind sich der Arzt und Theologe Eckhard Nagel und die Richterin Elke Büdenbender einig. Büdenbender hat eine Nierenerkrung dank einer Organspende ihres Mannes, des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, überlebt. Mit ihr hat Eckhard Nagel jetzt gemeinsam ein Buch geschrieben.

Für die beiden, die seit vielen Jahren befreundet sind, braucht es eine neue "Kultur des Sterbens", weil die traditionellen Rituale, die einst das Sterben eines Menschen begleiteten, heute nicht mehr in gleicher Weise funktionieren. "Sterben braucht Mitmenschlichkeit und Gemeinschaft", sagt Eckhard Nagel. Gerade die Corona-Pandemie hat viele Menschen völlig unvorbereitet mit dem Tod konfrontiert und dadurch große Ängste ausgelöst.

"Das ist eine klaffende Wunde in unserer Gesellschaft, deren Aufarbeitung uns beschäftigen muss und noch lange beschäftigen wird", so der Arzt und Doktor der Philosophie. Er wünscht sich eine verstärkte Integration des Sterbens in das Leben, damit ein angstfreier Umgang mit der eigenen Endlichkeit auch die Sicht auf das eigene Leben unbeschwerter gestalten kann.

Redaktion: Beate Wolff

Buchtipp

Elke Büdenbender, Eckhard Nagel (2022): Der Tod ist mir nicht unvertraut. Ein Gespräch über das Leben und das Sterben. München: Ullstein. 224 Seiten, 24 Euro. ISBN: 978-3-550-20211-7.

Sterben ist ein Teil des Lebens – Eckhard Nagel

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 15.06.2022 24:18 Min. Verfügbar bis 15.06.2023 WDR 5


Download