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Kochen für den Frieden

Vier Frauen in traditioneller Kleidung essen an einem Tisch im Projekt "Küche ohne Grenzen"

Kochen für den Frieden

Verfeindete Menschen setzen sich an einen Tisch und essen gemeinsam. Das bringt sie zusammen. Wie der Koch David Höner mit "Küche ohne Grenzen" (Cuisine sans frontières) versucht, in Konfliktregionen Frieden zu schaffen, erzählt er in der Redezeit.

David Höner, Koch und Gründer von "Küche ohne Grenzen", Cuisine sans frontières, CSF

Koch David Höner

Eine gemeinsame Mahlzeit – am besten in einem Wirtshaus kann verbinden. Wer zusammen isst, bringt sich nicht so schnell um. Das ist die Philosophie des Kochs David Höner. Nach diesem Prinzip hat er den gemeinnützigen Verein "Cuisine sans frontières" (CSF), zu deutsch "Küche ohne Grenzen" gegründet. Über 800 Kochprojekte gibt es inzwischen in Regionen wie Afrika, Südamerika und Osteuropa. Verfeindete oder einst Verfeindete sollen mithilfe von Essen und Trinken zu Freunden werden. So setzt der Verein sich etwa in Kenia dafür ein, rivalisierende Stämme an einen Tisch zu setzen – zumindest für einen kleinen Zeitraum. Im Kongo wurde eine Schulkantine eingerichtet; in Ecuador eine Gastronomieschule in einem Frauengefängnis gestartet. Die lokale Bevölkerung wird von Anfang an in die Projekte mit einbezogen, die vom Verein maximal drei Jahre betrieben werden. Anschließend organisieren die Menschen vor Ort das gemeinsame Kochen, Essen und Trinken für Verständigung und friedliches Zusammenleben in Eigenregie.

Buchtipp
David Höner: Kochen ist Politik. Warum ich in den Dschungel gehen musste, um Rezepte für den Frieden zu finden. Westend Verlag, 2019. 256 Seiten. 24 Euro.

Redaktion: Gundi Große

Kochen für den Frieden – David Höner

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 04.10.2019 25:39 Min. Verfügbar bis 03.10.2020 WDR 5

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