Superreiche unter Beschuss

Ein Mann sitzt auf einem Buergersteig und bettelt. Eine junge, reiche Frau mit Einkaufstüten geht an ihm vorbei.

Superreiche unter Beschuss

Sie plündern die Welt, mästen sich an fremder Arbeit und zerstören den gesellschaftlichen Zusammenhalt – so denken viele über die Menschen der Oberschicht. Björn Vedder kritisiert in der Redezeit diese eindimensionale Sichtweise.

Porträt von Björn Vedder

Dr. Björn Vedder, Kulturphilosoph

Der Kulturphilosoph Björn Vedder berichtet, warum er die Kritik am "reichen Pöbel", wie sie seit einiger Zeit in Debatten oder Feuilletons, aber auch in Filmen, Büchern und Fernsehserien Konjunktur für unzureichend hält. Eine Kritik, die in seinen Augen zwar berechtigt ist, andererseits aber auch halbherzig und heuchlerisch. Denn sie dämonisiere lediglich eine kleine gesellschaftliche Gruppe, ohne das dahinterstehende Wirtschaftssystem und unsere eigene Rolle darin infrage zu stellen.

Diese fehlgeleitete Kritik, so Vedders These, könne unserer Gesellschaft gefährlich werden. "Während es sich die vermeintlichen Gesellschaftskritiker beim Reichen-Bashing gemütlich machen, entsteht eine brandgefährliche politische Allianz", so der Autor. "Der arme und der reiche Pöbel schicken sich gemeinsam an, der von ihnen umklammerten Mitte der Gesellschaft den Garaus zu machen."

Welche Gefahren birgt diese fehlgeleitete Kritik für die politische Kultur? Und wie hängt das mit den jüngsten Wahlerfolgen von Populisten zusammen?

Buchtipp:
Björn Vedder: "Reicher Pöbel. Über die Monster des Kapitalismus", Büchner Verlag, 160 Seiten, 18 €, ISBN 978-3-96317-126-0.

Redaktion: Julia Lührs

Superreiche unter Beschuss - Björn Vedder

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 16.10.2018 | 25:46 Min.

Download

Stand: 16.10.2018, 18:57