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U 22 - Unterhaltung nach zehn: Satire Deluxe mit Axel Naumer & Henning Bornemann

Vor zehn Jahre begann der Arabische Frühling

Proteste am 24.01.2011 in Tunis

Vor zehn Jahre begann der Arabische Frühling

Am 17. Dezember 2010 wird die Selbstverbrennung eines Tunesiers zum Auslöser einer gewaltigen Umwälzung in der arabischen Welt. Seitdem beobachtet Korrespondent Björn Blaschke, wie aus dem Frühling ein langer Winter wurde.

Mohamed Bouazizi, der sich am 17. Dezember 2010 in Tunesien selbst anzündet, weil er keinen Ausweg sieht, bringt den Stein ins Rollen. Schnell springen die landesweiten Proteste erst auf Ägypten über, dann erfasst die Bewegung nahezu die gesamte arabische Welt. Der Westen hofft auf eine Demokratisierungswelle und das Schlagwort vom "Arabischen Frühling" macht die Runde. Das war – im Nachhinein betrachtet – ein großer Irrtum, glaubt der ARD-Nahost-Korrespondent Björn Blaschke: "Wir haben uns alle vertan, immer wieder."

Es stellt sich nämlich schnell heraus, dass die meisten Protestierenden gar kein Konzept besitzen. Wie soll die neue Gesellschaft aussehen? Darüber hat niemand so richtig nachgedacht. "Man kann nicht sagen, dass die Leute 2011 für Demokratie auf die Straße gegangen sind", so Björn Blaschke: "Die Slogans lauteten Brot, soziale Gerechtigkeit und Freiheit. Die lauteten nicht Demokratie, Demokratie, Demokratie ..." Chaos und Bürgerkrieg brechen aus, neue Diktatoren kommen. Was ist vom Aufbruch geblieben, wohin geht die Reise im Nahen Osten?

Redaktion: Julia Lührs

Vor zehn Jahre begann der Arabische Frühling – Björn Blaschke

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 17.12.2020 23:19 Min. Verfügbar bis 17.12.2021 WDR 5


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