"Girlboss" – Wie Frauen sich kleinmachen

Illustrationen von Julia Feller aus dem Buch "Dear Girlboss, we are done" von Bianca Jankovska und Julia Feller

"Girlboss" – Wie Frauen sich kleinmachen

Die starke, unabhängige Frau hat einen neuen Namen: Sie nennt sich "Girlboss". Ein problematischer Begriff, meint die Autorin Bianca Jankovska in der Redezeit. Denn mit dieser Bezeichnung bagatellisieren Frauen sich selbst.

Bianca Jankovsa

Bianca Jankovsa, Autorin, Essayistin und Digital-Unternehmerin

Indem Unternehmerinnen sich als "Girlbosse" oder "Shepreneurs" betiteln, verniedlichen sie sich und ihre Arbeit. Hinzu kommt: Hinter der feministischen Fassade verbirgt sich oft reiner Kapitalismus. Der Feminismus verkommt zum Marketinginstrument. Viele "Girlbosse" bauen bereitwillig gewinnmaximierende, hierarchische Unternehmen auf, die mit gelebter Solidarität nichts mehr zu tun haben, meint Bianca Jankovska.

Ein Schönwetterfeminismus, der nicht nach einer besseren, gerechteren Weltordnung strebt, sondern im besten neoliberalen Sinne für den eigenen Profit genutzt wird. Bianca Jankovska dekonstruiert in ihrem Essayband eindrücklich die Girlboss-Bewegung und fragt gleichzeitig: Wie kann feministisches Unternehmertum gelingen?  

Redaktion: Moritz Folk

Buchtipp

Bianca Jankovska und Julia Feller: Dear Girlboss, we are done. Books on Demand 2020. 104 Seiten. ISBN-13: 9783751921565.

"Girlboss": Wie Frauen sich kleinmachen – Bianca Jankovska

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 18.05.2020 19:11 Min. Verfügbar bis 18.05.2021 WDR 5

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