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Die Journalistin und Reporterin Antonia Rados geht in den Ruhestand

Kriegsreporterin im Ruhestand – Antonia Rados

Sie hat aus nahezu allen Kriegsgebieten der Welt berichtet. Der offene Heroismus, den berichtende Männer aus Krisengebieten häufig an den Tag legen, sei ihr fremd, sagt Antonia Rados. Nun hat sich die 69-Jährige aus dem Journalismus verabschiedet.

Sie war im Sudan, in Äthiopien, Ägypten, Irak und Iran, Chile, Argentinien, Mexiko, Pakistan, Somalia und Usbekistan, in der Ukraine und Afghanistan: Seit 1978 hat Antonia Rados viele Krisen und Kriege vor Ort miterlebt und gesteht, dass gutes Schuhwerk sie manches Mal rettete, wenn sie in schusssicherer Weste vor einem Bombenhagel davonlaufen musste. Im Unterschied zu vielen ihrer männlichen Kollegen sind es immer auch die einfachen Menschen, die sie interessieren und denen sie eine Stimme verleiht. Für ihre Arbeit wurde die Österreicherin unter anderen mit dem Hanns-Joachim-Friedrich-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde.

Auch im Ruhestand lassen Antonia Rados die Krisengebiete nicht los. Sie baut gerade mit einer Gruppe von Frauen Untergrundschulen und Universitäten für Mädchen und Frauen in Afghanistan auf. "Das Internet ist überall in Afghanistan gut, wir verlagern die Bildung für Mädchen und Frauen mit einem Team in den Untergrund", sagt Antonia Rados. Afghanistan sei ein von der Politik vergessener Ort, dessen Wirklichkeit in unseren Medien nicht mehr stattfinde.

Buchtipp

Antonia Rados: Afghanistan von innen – Wie der Frieden verspielt wurde. 2022. 328 Seiten. 25 Euro. ISBN: ‎ 978-3710606038

Redaktion: Julia Lührs

Kriegsreporterin im Ruhestand – Antonia Rados

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 10.08.2022 22:58 Min. Verfügbar bis 10.08.2023 WDR 5


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