Live hören
Jetzt läuft: Esse Mundo È Uma maçã von Rosa Morena Russa

Reisen in NRW: Heimat-Ausflüge auf Abstand

Vier blaue Ruderboote auf einem See

Reisen in NRW: Heimat-Ausflüge auf Abstand

Warum heißt es eigentlich Ausflug? Für eine kurze Erholung ist doch kein Flug nötig! In der Redezeit stellt Antje Zimmermann Ziele in und um NRW vor, die noch nicht überlaufen, aber absolut sehenswert sind. Und man erreicht sie mit dem Rad, Auto oder zu Fuß.

Antje Zimmermann, Reisejournalistin

Antje Zimmermann, Reisejournalistin

Der Sommer naht, aber die Corona-Pandemie macht Fernreisen im Augenblick unmöglich. Es bietet sich an, jetzt die Heimat zu erkunden. Aber die Krise zwingt uns auch, Abstand zu halten. Bei schönem Wetter kann es da schon mal eng werden in den deutschen Naherholungsgebieten. Die Reisejournalistin Antje Zimmermann rät davon ab, bekannte und beliebte Ziele zu besuchen, die schon vor der Krise vor Touristen aus allen Nähten platzten. Die Abstandsregeln können dort unter Umständen nicht eingehalten werden. Vom mangelnden Erholungswert wegen langer Wartezeiten ganz zu schweigen.

Antje Zimmermann liefert Ideen abseits ausgetretener Pfade. Lange bevor "Heimaturlaub" zum Trend wurde und durch COVID-19 noch mehr Beliebtheit erlangte, hat sie sich auf NRW-Themen spezialisiert und verschiedene NRW-Reiseführer geschrieben. Und sie weiß: "Es liegt auch an uns selbst, ob wir einen kleinen Ausflug zum großen Ereignis machen. Das kann durch ein stilvolles Picknick, besondere Tierbeobachtungen oder unterhaltsame Wissensvermittlung vor Ort geschehen. Wir haben in Nordrhein-Westfalen zudem Landschaften, die sensationell sind."

Redaktion: Regina Tanne

Heimat entdecken: Reisen in und um NRW

Raus aus der Wohnung, rein in die Natur – nach den Krisenwochen ist das Bedürfnis nach Erholung und Abwechslung gigantisch. Ein Problem: Viele Menschen wollen zur gleichen Zeit an die gleichen Orte. Antje Zimmermann zeigt, wo "Ausflüge mit Abstand" möglich sind.

Blick von einer Wiese aufs Wasser mit Bäumen darum

Hillesheim nennt sich selbst "Krimistadt" und liegt rund acht Kilometer hinter der Landesgrenze auf rheinland-pfälzischem Boden. Vor den mittelalterlichen Stadtmauern befindet sich das Naturerholungsgebiet "Bolsdorfer Tälchen", das auf dem Foto zu sehen ist. Hier verlaufen mehrere Wanderwege und ein neu angelegter Barfuß-Parcour.

Hillesheim nennt sich selbst "Krimistadt" und liegt rund acht Kilometer hinter der Landesgrenze auf rheinland-pfälzischem Boden. Vor den mittelalterlichen Stadtmauern befindet sich das Naturerholungsgebiet "Bolsdorfer Tälchen", das auf dem Foto zu sehen ist. Hier verlaufen mehrere Wanderwege und ein neu angelegter Barfuß-Parcour.

Das Münsterland ist bekannt für seine vielen Schlösser und Burgen. Dabei ist eines schöner als das andere. Verbunden werden sie durch die bekannteste Radroute des Landes: die "100 Schlösser Route", die auch zum Wasserschloss führt. Eine Alternative zu dem phasenweise sehr stark befahrenen Radweg ist eine andere Themenroute, die ebenfalls nach Raesfeld führt: die "Naturpark Hohe Mark Route".

Das "Witte Venn" ist ein grenzüberschreitendes Naturschutzgebiet im Münsterland. Früher waren Schmuggler in der Region aktiv, die Kaffee, Schnaps und auch lebende Tiere über die deutsch-niederländische Grenze brachten. Heute finden Ausflügler hier ein weitverzweigtes Rad- und Wandernetz. Und kleine Boote für eine Ruderpartie auf der Ahauser Aa.

Um den ursprünglichen Buchenwald wiederherzustellen, werden im Siebengebirge seit einigen Jahren großflächig Nadelbäume gefällt. Dabei verströmen sie einen intensiven Duft. Das Foto zeigt eine der geschützten "Naturwald-Zellen". Kleine, wenig frequentierte Wege führen zu ihnen. 

Auch das Künstlerdorf Mörz liegt im rheinland-pfälzischen Teil der Eifel, vor den Toren der Stadt Münstermaifeld. In Mörz stehen dutzende alte Bruchsteinhäuser, die mit Kunstwerken und Pflanzen geschmückt sind. Das Foto zeigt den Hof von Anton Alflen. Der Bildhauer lebt und arbeitet auf einem fränkischen Bauernhof.

Schloss Dyck bei Jüchen wurde erstmals 1094 urkundlich erwähnt. Heute ist der frühere Stammsitz der Familie Salm-Reifferscheidt-Dyck eine Stiftung. Besucher finden hier einen weitläufigen englischen Landschaftsgarten, der nicht nur in NRW seinesgleichen sucht.

Die Struffeltroute ist ein Partnerweg des Eifelsteigs. Holzstege führen mitten durch die alte Heidelandschaft. Und eine Aussichtsplattform an der Dreilägerbachtalsperre ermöglicht einen fantastischen Blick über die Eifel. Ein besonderes Wandervergnügen.

Die Bislicher Insel ist ein Naturschutzgebiet, das besondere Tierbeobachtungen ermöglicht. Im Winter leben hier tausende Arktische Wildgänse und im Sommer können aus Beobachtungshütten seltene Vögel beim Brüten beobachtet werden. Darunter sogar ein Seeadler.

Das Urfttal ist ein wichtiger Lebensraum für Schmetterlinge. Nirgendwo sonst in NRW gibt es so viele Arten und Individuen. Der braunorange Kaisermantel aus der Familie der Perlmuttfalter sitzt hier inmitten einer blühenden Wiese.

Reisen in NRW: Heimat-Ausflüge auf Abstand – Antje Zimmermann

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 08.06.2020 20:29 Min. Verfügbar bis 08.06.2021 WDR 5

Download