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Ronen Steinke über Terror gegen Juden

Ronen Steinke über Terror gegen Juden

Jüdinnen und Juden müssen in Deutschland nach wie vor in Angst leben, sagt Buchautor und Journalist Ronen Steinke. Antisemitische Schmähungen, Bedrohungen und Gewalt gehörten für sie zum Alltag. Der Staat biete Juden nur halbherzig Schutz. 

Porträtaufnahme von Autor Ronen Steinke.

Buchautor und Journalist Ronen Steinke

Antisemitische Gewalt geht von rechter, linker und muslimischer Seite aus: Geschändete Gräber, beschädigte Synagogen, Drohungen. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle im Oktober 2019 bildet den vorläufigen Gipfel antisemitisch motivierter Straftaten, schreibt Ronen Steinke in seinem Buch "Terror gegen Juden - Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt. Eine Anklage." Der Autor, selbst Jude, sprach mit Jüdinnen und Juden über ihre Gewalterfahrungen. Viele Betroffene zeigen antisemitische Gewalttaten gar nicht erst an, einerseits aus Angst, aber auch wegen mangelnden Vertrauens in Polizei und Justiz. Der promovierte Jurist hat Politiker*innen und Vertreter*innen der Justiz gefragt, wie ernst sie die Bedrohung von Jüdinnen und Juden in Deutschland nehmen.

Steinke fordert, sogenannte Hass-Verbrechen härter zu bestrafen und antisemitische Motive strafrechtlich genau so zu behandeln wie etwa Habgier. Er kritisiert rechtsextreme Seilschaften in den Sicherheitsbehörden, und er verlangt, dass der deutsche Staat für den Schutz jüdischer Einrichtungen aufkommt.

Buchtipp
Ronen Steinke/ Terror gegen Juden. Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt/ Piper Verlag/ 18,00 Euro

Redaktion: Lioba Werrelmann

Terror gegen Juden in Deutschland – Ronen Steinke

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 05.08.2020 20:53 Min. Verfügbar bis 05.08.2021 WDR 5


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