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23.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht

Häusliche Gewalt gegen Männer

Ein Mann steht schemenhaft am Fenster und blickt hinaus

Häusliche Gewalt gegen Männer

Frauen als Täterinnen bei häuslicher Gewalt sind ein Tabu. Das ist ein Problem, meint die Autorin und Sozialarbeiterin Angela Geißler. Es müsse gleichberechtigt über weibliche und männliche Täter*innen gesprochen werden.

Angela Geißler sitzt auf einer Parkbank

Angela Geißler erhielt für ihre Forschung den Kulturpreis Bayern

Eine Frau, die ihren Mann verletzt, kommt häufiger vor als man denkt, sagt Angela Geißler. Die Sozialarbeiterin hat an der Hochschule Coburg die von Frauen verübte häusliche Gewalt erforscht. Dabei ist sie auf viele Vorurteile gestoßen: Das Bild der "friedfertigen, sanftmütigen Frau scheint in vielen Fällen zu verhindern, dass häusliche Gewaltausübung von Frauen in intimen Paarbeziehungen als solche erkannt und entsprechend gehandelt wird", sagt Angela Geißler.

Zugleich widerspricht ein Mann als Opfer dem Bild vom "starken Geschlecht". Aus Scham schweigen deswegen männliche Opfer häufig. Aber nur, wenn die Täter*innen identifiziert und die öffentliche Wahrnehmung geschärft werde, können angemessene Hilfen für alle angeboten werden – für Täter*innen und Opfer.

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Buchtipp:
Angela Geißler (2020): Weibliche Gewalt in intimen Paarbeziehungen. Impulse für eine Enttabuisierung. Marburg: Tectum Verlag. 188 Seiten

Häusliche Gewalt gegen Männer – Angela Geißler

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 26.02.2021 22:02 Min. Verfügbar bis 26.02.2022 WDR 5


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