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Angst vor Deutschland? - Andreas Rödder

Andreas Rödder

Angst vor Deutschland? - Andreas Rödder

Was ist Deutschlands Rolle in Europa? Das hängt nicht zuletzt von Deutschlands Wahrnehmung in Europa ab. Der Historiker Andreas Rödder spricht in der Redezeit von deutschen Selbst- und Fremdbildern und wie sie entstanden sind.

"Wer hat Angst vor Deutschland?", fragt der Mainzer Geschichtswissenschaftler im Titel seines aktuellen Buchs. Seine Antwort lautet: Alle. Denn in der Wahrnehmung der europäischen Nachbarn, egal ob im Westen oder im Osten, werden Deutschland Dominanz, Stärke, oft auch die Beanspruchung einer Vorrangstellung nachgesagt.

Diese Einschätzung wiederum ist weit entfernt von der Rolle, in der sich die Deutschen selbst sehen. Sich über die historischen Zusammenhänge stereotyper Fremd- und Selbstwahrnehmung klar zu werden, ist für Andreas Rödder ein wichtiger Schritt, um künftige politische Prozesse auf europäischer Ebene besser steuern zu können. Denn, so sagt er, "solche Stereotype sind jederzeit reaktivierbar". Politiker in allen Ländern wären Andreas Rödder zufolge gut beraten, sich der Wirkungsmacht solcher Vorstellungen bewusst zu sein – als Voraussetzung für einen europäischen Prozess, von dem am Ende Europa als Ganzes ebenso profitiert wie einzelne europäische Staaten.           

Redaktion: Jessica Eisermann

Literaturtipp:
Andreas Rödder (2018): Wer hat Angst vor Deutschland? Geschichte eines europäischen Problems. Frankfurt am Main: S. Fischer. ISBN 9783103972382. 368 Seiten

Angst vor Deutschland? - Andreas Rödder

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 21.12.2018 | 25:13 Min.

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