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"Exportismus" – Fluch oder Segen?

Ein Containerschiff in Hamburg

"Exportismus" – Fluch oder Segen?

Der Politikwissenschaftler Andreas Nölke hält die massive Export-Orientierung der deutschen Wirtschaft für bedenklich. Es sieht enorme Risiken und Ungerechtigkeiten und fordert ein grundlegendes Umdenken.

Prof. Dr. Andreas Nölke, Professor für Politikwissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt

Prof. Dr. Andreas Nölke, Professor für Politikwissenschaften

Während der Corona-Pandemie sanken die Exporte um fast ein Zehntel. Das verdeutlicht für Nölke ein seit Jahren existierendes Problem: Das deutsche Wirtschaftsmodell sei insgesamt zu stark auf Exporte angewiesen. Der Politikwissenschaftler und Professor für Internationale und politische Ökonomie an der Goethe-Universität in Frankfurt beschäftigt sich intensiv mit dem "Exportweltmeister Deutschland". Er hält diesen "Exportismus", wie er ihn nennt, für problematisch: Seiner Meinung nach führen zu viele Abhängigkeiten zu Risiken in Krisensituationen - auch politisch.

Eine Umorientierung sei unabdingbar:

"Ähnlich wie in anderen balancierten Wirtschaftsmodellen müssen Binnennachfrage und Exporte gleichberechtigt als Wachstumsquellen anerkannt werden. In Deutschland würde das vor allem höhere Löhne und höhere staatliche Ausgaben bedeuten – etwa für Bildung, Klimaschutz und Infrastruktur."

Buchtipp:

Andreas Nölke: Exportismus. Die deutsche Droge. Eine Entzugsstrategie für gesundes Wachstum. Westend Verlag, 2021. ISBN 978-3-86489-310-0. 22,00 Euro

Redaktion: Julia Lührs

"Exportismus": Fluch oder Segen? – Andreas Nölke

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 02.03.2021 22:26 Min. Verfügbar bis 02.03.2022 WDR 5


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