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Gegen die Kriminalisierung von Cannabis – Andreas Müller

Eine Cannabispflanze

Gegen die Kriminalisierung von Cannabis – Andreas Müller

Warum setzt sich gerade ein Jugendrichter dafür ein, Cannabis zu legalisieren? Für Andreas Müller ist der Jugendschutz ein Argument, die Gesetzgebung zu überdenken.

Dem Bernauer Jugendrichter geht es nicht um eine Verharmlosung von Drogen, sondern um einen "undogmatischen und ideologiefreien" Umgang mit dem Thema "Cannabis", um Prävention statt Strafe und um eine offene Atmosphäre. Für ihn gehört Kiffen zum jugendlichen Experimentierverhalten genauso wie Alkohol oder Shisha-Rauchen. "Diesem Ausprobieren sollte mit Aufklärung begegnet werden und nicht mit einer Kriminalisierung", sagt Andreas Müller. Gerade im Jugendbereich sei das Strafrecht ein schlechtes Instrument.

Porträt Jugendrichter Andreas Müller

Andreas Müller fordert Prävention statt Strafe

Darum hat er im September 2019 zwei Strafverfahren wegen Besitzes von geringen Mengen Cannabis ausgesetzt.
Andreas Müller hegt zudem Zweifel, ob eine Strafverfolgung beim Besitz von Cannabis verfassungsgemäß ist. Im April 2020 schickte er auf Grundlage dieser beiden Fälle eine 140-seitige Vorlage an das Bundesverfassungsgericht, zur Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit. Ob der Jugendrichter in einem Fall, den er bis zum höchstrichterlichen Entscheid ausgesetzt hat, befangen ist, wie ihm die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder vorwirft, ist noch nicht entschieden.

Redaktion: Regina Tanne

Gegen Kriminalisierung von Cannabis – Andreas Müller

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 12.01.2021 22:38 Min. Verfügbar bis 12.01.2022 WDR 5


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