Ein Hoch auf die schlechte Laune

Katze Tadar Sauce alias Grumpy Cat

Ein Hoch auf die schlechte Laune

Die allzeit gute Laune heutiger Zwangsoptimisten ist auf Dauer ausgesprochen anstrengend und selten produktiv. Schlechte Laune dagegen hat jede Menge kreatives Potential. Meint Journalistin und Autorin Andrea Gerk.

Der Kauz und der Eigenbrötler, der Miesepeter und der Murrkopf sind als Charaktertypen aus der Mode gekommen, gerade so, als passe Übellaunigkeit nicht mehr in unsere auf Dauerglück abonnierte Zeit. Dagegen setzt die Berliner Journalistin ihre Verteidigung der schlechten Laune: Die hat für sie eine andere Qualität als Melancholie oder Pessimismus. Und sie hat auch nichts mit selbstmitleidigem Gejammer zu tun.

Andrea Gerk

Vielmehr beinhaltet sie immer auch eine Spur von Selbstironie. "Übelkrähen" wie Herbert Wehner oder Franz Josef Strauß hätten ihre schlechte Laune mit geradezu spielerischem Wortwitz präsentiert, so Andrea Gerk. Dass unsere Launen unbeständig und unkontrollierbar sind, bedeutet für sie ein wichtiges Signal gegen den (Selbst-)Optimierungszwang unserer Zeit: Jeder Mensch hat ein Recht auf seine schlechte Laune. Und: Wer schlechte Laune zulässt, muss deshalb noch lange kein schlechter Mensch sein.

Buchtipp:
Andrea Gerk, Lob der schlechten Laune. Zürich/Berlin: Kein & Aber. 2017. Preis: 24,00 €

Redaktion: Ursula Daalmann

Ein Hoch auf die schlechte Laune - Andrea Gerk

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 22.11.2017 | 26:35 Min.

Download