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Gegen antimuslimischen Rassismus

Ozan Zakariya Keskinkılıç

Gegen antimuslimischen Rassismus

Fremd, gefährlich, rückständig die Männer, unterdrückt die Frauen: Zum Feindbild Muslim:innen trügen auch die Medien bei, sagt der Politologe Ozan Zakariya Keskinkılıç. Mit fatalen Folgen: "Besorgte Bürger" griffen schließlich zu Waffen, um "ihr Land" zu verteidigen.

Ängste vor Fremden werden geschürt, Rassisten werden hofiert und antimuslimische Parolen skandiert. Das beklagt der Berliner Politologe Ozan Zakariya Keskinkılıç. Zudem würden Musliminnen und Muslime in deutschen Medien nur noch als Problem behandelt. Da müsse man sich nicht wundern, wenn "besorgte Bürger" schließlich zu Waffen griffen, um "ihr Land" zu verteidigen und – wie in Hanau im Februar 2020 – Chaos und Verzweiflung stiften.

Keskinkılıç ist auch nicht überrascht, wenn Rechtsextreme sich organisieren und Anschläge auf Moscheen planen. Aber wo bleibt der Aufschrei der Mehrheitsgesellschaft, fragt er sich. In den sozialen Medien liest er Sätze wie: "Es ist doch nix passiert, es waren doch nur zwölf Leute, man kann auch übertreiben." Alles werde kleingehalten oder gar unter den Teppich gekehrt. Doch am Ende schade solch eine Passivität der Demokratie. Antimuslimischer Rassismus, so Keskinkılıç, sei entstanden aufgrund jahrhunderterlanger Stigmatisierung von Muslimen in Sprache und Symbolik. Das gelte es endlich aufzuarbeiten.

Buchtipp

Ozan Zakariya Keskinkılıç (2021): Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes. Hamburg: Edition Körber. 220 Seiten. ISBN: ‎978-3896842893

Redaktion: Heiko Hillebrand

Antimuslimischer Rassismus – Ozan Zakariya Keskinkılıç

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 06.09.2021 25:44 Min. Verfügbar bis 06.09.2022 WDR 5


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