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Lesbische Mütter: rechtlich diskriminiert?

Zwei lesbische Mütter mit ihrer Tochter am Meer

Lesbische Mütter: rechtlich diskriminiert?

Bis in die 1990er-Jahre konnte lesbisch lebenden Müttern das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen werden. Zu diesem weitgehend unbekannten Bereich der deutschen Nachkriegsgeschichte forscht die Historikerin Kirsten Plötz.

Es ist ein unrühmliches Kapitel in der Geschichte der Bunderepublik. Bis weit in die 1990er-Jahre konnten deutsche Gerichte einer Mutter das Sorgerecht für ihre Kinder entziehen, wenn herauskam, dass sie in einer lesbischen Beziehung lebte. Es widerspreche dem Wohl des Kindes eklatant, wenn die Betreuung durch die Lebensgefährtin der Mutter erfolge, begründet noch 1994 eine Richterin ihr Urteil.

Genaue Zahlen darüber, wie viele Kinder so von ihren Müttern getrennt wurden, gibt es noch nicht. "Die Forschung zur Diskriminierung lesbischer Mütter steht ganz am Anfang", sagt Kirsten Plötz. Im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz forscht die Historikerin derzeit zu diesem Thema und möchte damit eine öffentliche Diskussion anstoßen. Bis heute sind verheiratete lesbische Paare den heterosexuellen Ehen rechtlich nicht gleichgestellt.

Redaktion: Lioba Werrelmann

Lesbische Mütter: rechtlich diskriminiert? - Kirsten Plötz

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 20.01.2020 22:27 Min. Verfügbar bis 19.01.2021 WDR 5

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