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Afghanistan und die "Taliban 2.0"

Die Taliban Latif Mansur, Shahabuddin Delavar, and Suhail Shaheen

Afghanistan und die "Taliban 2.0"

Nach zwanzig Jahren haben die Taliban in Afghanistan wieder die Macht über das Land an sich gerissen. Wer diese Männer sind, wie "neu" sie sich aufgestellt haben und wieviel "alte" Ideologie in ihnen steckt, analysiert der Afghanistan-Experte Conrad Schettler in der Redezeit.  

Die Menschen in Afghanistan treibt vor allem die Frage um, ob die jetzigen Taliban an die Brutalität ihrer früheren Schreckensherrschaft anknüpfen oder sich gemäßigter zeigen werden. Bis auf wenige politische Verhandlungsführer hat der größere Teil der – militärischen – Führungsriege die vergangenen Jahre weitgehend unentdeckt im Untergrund verbracht. Daher gibt es wenig gesicherte Erkenntnisse darüber, wie sie sich künftig aufstellen werden.

Die Taliban, die sich seit Monaten im Emirat  Katar zu Gesprächen mit politischen Vertretern anderer Länder aufhalten und sich selbst als "Taliban 2.0" bezeichnen, geben sich gern gemäßigt. Im Land selbst dagegen spricht vieles dafür, dass sich an der rigiden Haltung etwa zu Fragen der  Menschenrechte, der Frauenrechte oder des Umgangs mit ethnischen und religiösen Minderheiten wenig geändert hat. Nur spekulieren lässt sich darüber, ob das künftige Taliban-Afghanistan sich irgendwann wieder als Brutstätte des Terrors erweisen wird – mit unabsehbaren Folgen für die ganze westliche Welt.

 Conrad Schetter

Die Sorge davor ist nach Ansicht vieler Expert:innen nicht unbegründet. Umgekehrt, sagt Afghanistan-Experte Conrad Schetter, wird die internationale Gemeinschaft lernen müssen, mit den Taliban umzugehen: "Denn diese werden nicht von allein wieder gehen."

Redaktion: Chris Hulin

Afghanistan und die "Taliban 2.0" – Conrad Schetter

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 02.09.2021 19:59 Min. Verfügbar bis 02.09.2022 WDR 5


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