Gebäude, Rasen und Fullballplatz der LWL-Klinik in Dortmund

Normalität – Arbeitsalltag in der Psychiatrie

Nervenklinik, Irrenanstalt, Klapsmühle – so hat man die Psychiatrie früher genannt. Die Zeiten sind vorbei. Das Stigma ist geblieben. Alina Andraczek hat dahinter geschaut und Normalität gefunden.

Dortmund-Aplerbeck: Dem Namen des Stadtteils eilt ein Ruf voraus, als Standort der "Nervenklinik" kurz vor den Mauern der Stadt. Die Klinik des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe ist für die meisten Menschen ein mysteriöser Ort an der Stadtgrenze. Für Marius Strotkötter ist sie einfach sein Arbeitsplatz. Er ist "Pflegeentwickler", so sein Jobtitel, auf einer Akutstation. Wenn er anderen davon erzählt, erwarten die Sensationen und verrückte Geschichten. "Es wird sich sehr dafür fasziniert", sagt Strotkötter. "Aber immer mit einer gewissen Distanz, die wenigsten können sich das für sich selbst vorstellen."

Während Mental-Health-Blogger in Sozialen Netzwerken Achtsamkeit predigen und Großstädter beim Brunch über ihre letzte Therapiesitzung reden, haftet psychischen Erkrankungen und psychiatrischen Einrichtungen noch immer ein Stigma an. Das hat auch Auswirkungen auf das Pflegepersonal wie Marius Strotkötter und seine Kollegen. Immer wieder wird ihnen gespiegelt, dass ihre Normalität für die meisten Menschen Ausnahmezustand ist. Sie haben ihren eigenen Umgang damit gefunden – und eine eigene Vorstellung davon, was "normal" ist.

Autorin: Alina Andraczek

Redaktion: Gundi Große

Normalität – Arbeitsalltag in der Psychiatrie

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 01.06.2022 21:01 Min. Verfügbar bis 31.05.2023 WDR 5 Von Adina Andraczek


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