Die Pharma-Macht und das Wohl der Patienten

 Unterschiedliche Medikamente, darunter überlagerte Kapseln, sind am wahllos zu einem bunten Wirrwarr aufgehäuft

Die Pharma-Macht und das Wohl der Patienten

Um das riesige Budget der gesetzlichen Krankenversicherung streiten sich alle Anbieter im Gesundheitswesen – mit unterschiedlichem Erfolg. Die Pharma-Industrie gilt als besonders erfolgreich. Zum Wohl der Patienten?

Wer mag da am lautesten gelacht haben? 2001 plante die damalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), die Preise für bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente gesetzlich festzulegen. Die Abgabepreise der Hersteller für Medikamente, für die es damals noch keine Festpreise gab, wie das heute der Fall ist, sollten für zwei Jahre um vier Prozente abgesenkt werden – das hätte die Krankenkassen und damit die Versicherten in zwei Jahren um eine halbe Milliarde Euro entlastet. Doch dann sagte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder „Nein“. Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller, darunter auch die großen international agierenden Pharmaunternehmen, soll bei ihm interveniert haben.

Auch die Gunst der niedergelassenen Ärzte weiß die Pharma-Industrie zu gewinnen. Durch ganz einfache kleine Maßnahmen, aber auch durch Deutliches: Besuche von Pharma-Referenten, die Finanzierung von Fortbildungen, Entlohnung für Scheinstudien und anderes mehr, Einflussnahme auf Fachzeitschriften und Politikberater. Wie steht es heute mit der Macht der Pharmaunternehmen? Ingo Zander hat sich auf die Reise gemacht – erst nach Kreta, dann ins deutsche Gesundheitswesen.

Autor: Ingo Zander
Redaktion: Ursula Daalmann

Die Pharma-Macht und das Wohl der Patienten

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 30.11.2017 | 19:49 Min.

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