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Mythos RAF

Kaufhausbrandstifter-Prozess 1968, Baader und Ensslin

Mythos RAF

Der Mythos RAF existiert nicht mehr, meint unser Redezeit-Gast Petra Terhoeven. Die Historikerin der Uni Göttingen hat gerade ein Buch geschrieben, das mit der Selbststilisierung der Täter zu antifaschistischen Widerstandskämpfern aufräumt.

Die Historikerin Petra Terhoeven

"Selten ist so viel über so wenige geschrieben worden" – so hat der Terrorismusexperte Walter Laqueur schon 1987 die Geschichte der "Roten Armee Fraktion" (RAF) bilanziert.
Und bis heute sind es vor allem die runden Jahrestage des so genannten Deutschen Herbstes, die zuverlässig das Interesse an einem sperrigen Gegenstand aufkommen lassen. Petra Terhoeven geht der Frage nach, wie und weshalb eine kleine Minderheit radikalisierter "68er" zu einer so großen Herausforderung werden konnte? Warum die RAF eine morbide Faszination entfalten konnte, die lange über ihr politisches Scheitern hinaus wirksam blieb? Die RAF löste eine tiefgreifende Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte aus und bewegt die Gemüter bis heute. Lässt sich aus der Geschichte etwas lernen? Gibt es Verbindungen zum Terrorismus von heute?

Literatur:
Terhoeven, Petra Die Rote Armee Fraktion
Eine Geschichte terroristischer Gewalt
CH.Beck Verlag 2017. 128 S. 9,95 Euro
ISBN 978-3-406-71235-7

Redaktion: Jessica Eisermann

Mythos RAF - Petra Terhoeven

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 13.09.2017 | 26:45 Min.

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