Arm statt faul? Studentenleben heute

Studenten während einer Vorlesung in einem Hörsaal

Arm statt faul? Studentenleben heute

Feiern, Reisen, Semesterferien –  oder Sparen, Pendeln, Essenstafel? Man erinnert sich gerne an die süßen Seiten der Studentenzeit und vergisst dabei die vielen Strapazen, die das Studentenleben mit sich bringt.

Neben Prüfungsstress und Leistungsdruck haben viele Studierende vermehrt finanzielle Sorgen, besonders in den großen teuren Unistädten wie Köln und Münster. Am Monatsende bleibt kaum Geld zum Leben übrig, trotz Nebenjobs und Studienkredit Bafög. Die hohen Mietpreise sind eines der Hauptprobleme für Studierende in Deutschland.

Im Durchschnitt zahlt ein Student 320 Euro für eine Wohnung oder ein WG-Zimmer, in Köln und Düsseldorf auch gerne mal 450 Euro. Der Bafög-Höchstsatz liegt momentan bei 730 Euro. Das Kölner Studierendenwerk möchte daher mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende aus einkommensschwachen Familien schaffen. Doch die hohen Grundstückspreise in Köln machen dem Werk immer wieder einen Strich durch die Rechnung.

Studieren an der Armutsgrenze

Einige Studierende rutschen sogar zeitweise in die Armut ab und müssen sich mit Essensspenden über Wasser halten. Mittlerweile jobben mehr als zwei Drittel der Studierenden, um sich das Studium überhaupt leisten zu können.Trotzdem gehen die Anträge auf Bafög stetig zurück, weil die Studierenden keine Schulden machen wollen. Doch am Ende leidet der Studienabschluss unter dieser Einstellung, meint Jörg Schmitz, Chef des Kölner Studierendenwerks. Er fordert eine Imagekampagne fürs Bafög und eine weitere Erhöhung der Bafög-Sätze.

Autor: Johannes Döbbelt

Redaktion: Julia Lührs

Arm statt faul? Studentenleben heute

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 10.04.2018 | 19:51 Min.

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