Kirchenzukunft neu denken?! - Thomas Frings

Pfarrer Thomas Frings mit seinem Fahrrad vor der Heilig-Kreuz Kirche in Münster

Kirchenzukunft neu denken?! - Thomas Frings

Fast eine Woche lang wird beim 101. Katholikentag in Münster unter dem Motto "Suche Frieden" auf zahlreichen Bühnen über die großen und kleinen Fragen von Gesellschaft, Politik und Religion diskutiert.

Münster: Katholikentag steht auf einem Banner

Dabei geht es auch um die Zukunft der Kirchengemeinden. In einer der vielen Gesprächsrunden wird auch Thomas Frings auf dem Podium sitzen. Er war 30 Jahre lang katholischer Gemeindepfarrer in Münster, bevor er von dem Amt zurückgetreten ist. Mit seinem Wunsch nach Entpflichtung und Beurlaubung und dem dann folgenden Buch "Aus, Amen, Ende? So kann ich nicht mehr Pfarrer sein!" traf er offenbar mitten ins Seelenleben vieler engagierter Gemeindemitglieder, erntete Zustimmung aber auch Kritik.

Ein Pfarrer, der seine Gemeinde verlässt, nicht wegen Burn-Out, nicht weil das Zölibat im Wege gestanden hat, nicht weil er seinen Glauben an das Evangelium verloren hat, das ist mehr als ungewöhnlich: "Ich habe den Glauben daran verloren, dass sich der Weg, auf dem ich als Gemeindepfarrer mit Freude und Engagement gegangen bin, ein zukunftsweisender ist. Bestenfalls vermag er eine leichte Bremse auf dem Weg des Bedeutungsverlustes zu sein," begründete Thomas Frings seinen Schritt. Ihm fehle die theologische Substanz der kirchlichen Zeremonien, er fühle sich als Eventdienstleister für Taufe, Kommunion, Hochzeit... Es ging ihm nicht darum, der Kirche ein für alle Mal den Rücken zu kehren, sondern darum ein Zeichen für einen neuen Aufbruch zu setzen.

Redaktion: Regina Tanne

Kirchenzukunft neu denken?! - Thomas Frings

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 09.05.2018 | 27:15 Min.

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