Fiktionale Verbrechen

Filmausschnitt (Nora Tschirner, Christian Ulmen), Weimarer Tatort: "Der treue Roy"

Fiktionale Verbrechen

Er ist der Mann der Stunde in Sachen Krimi aus Deutschland: Andreas Pflüger Unser Redezeit-Gast war gerade auf Lesereise unterwegs – von Rio über Montevideo und Buenos Aires rund um Kap Horn nach Santiago de Chile.

Der Mann mit dem feinen Händchen für´s fiktionale Verbrechen war Teil der Bordunterhaltung einer Etappe der aktuellen Weltreise des Kreuzfahrtschiffs Aida – eine bei Schriftstellern selbstredend besonders geschätzte Art der Lesereise. Die er sehr genossen habe, sagt der Autor – weil sie ihn an Orte führte, die er sonst wohl nie gesehen hätte. Abgesehen davon: Natürlich jede Menge interessante Begegnungen und Beobachtungen an Bord.

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Andreas Pflüger, geboren 1957, war Theatermacher und Hörspielautor, bevor er Mitte der 1990er Jahre zum Fernsehen kam. Er erdachte Dutzende Krimigeschichten – für den „Tatort“, für´s „Großstadtrevier“, für „Ein Fall für Zwei“ - wurde zu einem der anerkanntesten Fernseh-Autoren in Sachen Krimi. In Thüringen ist der Wahlberliner bekannt wie ein bunter Hund, wegen des Weimar-Event-“Tatorts“, den er zusammen mit seinem Freund Murmel Clausen erfand.

Literarisch lief es lange nicht so gut für Andreas Pflüger. „Operation Rubikon“, 2004 erschienen, fiel trotz guter Kritiken beim Publikum durch, was den Autor so verunsicherte, dass er 12 Jahre wartete, bis er den nächsten Versuch wagte. Diesmal klappte es besser: "Endgültig" und "Niemals", seine beiden extrem temporeichen Thriller um eine blinde BKA-Ermittlerin sind große Erfolge, und unter Krimiexperten gilt Pflüger derzeit als einer der besten Spannungsautoren international.

Buchtipp:

Andreas Pflüger: Niemals. Suhrkamp, 2017
Euro 20, ISBN: 978-3518427569

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Fiktionale Verbrechen

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 20.12.2017 | 27:29 Min.

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