Wenn Laien forschen

Zwei Frauen stehen in einem Gewässer und fischen mit einem Köcher.

Wenn Laien forschen

Die Wissenschaft an Universitäten wird geprägt von Spezialisierung und Ökonomisierung. Oft geht dabei der Blick aufs Ganze verloren. Die Forschung von Laien dagegen bietet andere Möglichkeiten. Davon berichtet Professor Peter Finke in der Redezeit.

Die Wissenschaft, wie sie heute an den Universitäten und Forschungslabors betrieben wird, hat sich nach Ansicht von Peter Finke, einem ehemaligen Professor für Wissenschaftstheorie an der Uni Bielefeld, von ihren Wurzeln entfernt. Finke vertritt die Auffassung, dass die Wissenschaft, wie sie von Akademikern an Hochschulen betrieben wird, durch eine sich immer weiter verästelnde Spezialisierung und Ökonomisierung geprägt ist. Die Fächer werden voneinander isoliert und so kann das große Ganze, die Zusammenhänge, nicht mehr genügend betrachtet werden.

Portrait von Peter Fink, ehemaliger Professor für Wissenschaftstheorie an der Universität Bielefeld

Dadurch, so Finke, verschärften sich die Probleme unserer Zeit eher noch als dass die Wissenschaften zu ihrer Lösung beitrügen. Denn nur eine ganzheitliche "Ökologie des Wissens", die "transdisziplinär" denkt, kann nachhaltige wissenschaftliche Lösungen für die Krisen unsere Zeit anbieten. Keine dieser Krisen, sei es Klima oder Migration, ist weder aus einer einzigen Ursache heraus entstanden noch entwickelt sie sich isoliert weiter.

Hauptberuflich betriebene Wissenschaft und Forschung ist noch gar nicht so alt. Bis vor zweihundert Jahren gab es praktisch nur "Amateurforscher". Und auch heute gibt es außerhalb des Wissenschaftsbetriebs viele Menschen, die neben ihrem Hauptberuf als Amateure forschen und zwar aus dem gleichen Antrieb heraus, der jeder Wissenschaft zugrunde liegt: Neugier und die Suche nach Antworten.

Redaktion: Beate Wolff

Wenn Laien forschen - Peter Finke

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 27.06.2018 | 25:09 Min.

Download