Das Menschliche im Tier

Ein Bonobo-Affe laust einen anderen.

Das Menschliche im Tier

Tiere sind mitfühlend, haben Charakter und können lernen - das können Haustierbesitzer bestätigen. Auch der Verhaltensbiologe Norbert Sachser zeigt in der Redezeit - untermauert von zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen - dass im Tier viel Menschliches steckt.

Porträt von Norbert Sachser

Schon auf steinzeitlichen Höhlenmalereien sind Tiere abgebildet, Menschen scheinen sich schon immer für Tiere interessiert zu haben. Doch in den letzten zehn Jahren hat sich das Bild vom Tier in der Öffentlichkeit stark verändert. Es geht nicht mehr um das Tier als Nutz- und Zuchttier und als Nahrungsmittel. Die Forschungsergebnisse der Verhaltensbiologie lassen uns einen neuen Blick auf Säugetiere, Fische und Vögel werfen. Nachweislich können viele Tiere denken und lernen. Affen und Vögel benutzen Werkzeuge, um an ihre Nahrung zu kommen. Ebenso ist mittlerweile klar, dass sich eine anregende äußere Umgebung und stabile soziale Kontakte positiv auf das Verhalten von Ratten, Mäusen und Meerschweinchen auswirken. Der Verhaltensbiologe Norbert Sachser ist überzeugt, dass sich viele Erkenntnisse der Verhaltensbiologie auch auf den Menschen übertragen lassen: "Wenn nichtmenschliche Säugetiere während der Adoleszenz lernen können, sich stressfrei und friedlich mit Fremden zu arrangieren, dann sprechen auch keinerlei biologische Gründe dafür, dass der Mensch hierzu nicht in der Lage wäre."

Redaktion: Jessica Eisermann.

Buchtipp:
Norbert Sachser (2018): Der Mensch im Tier. Warum Tiere uns im Denken, Fühlen und Verhalten oft so ähnlich sind. 256 Seiten. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag

Das Menschliche im Tier - Norbert Sachser

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 01.08.2018 | 25:19 Min.

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