Die Erfindung der Leistung

Studenten im Hörsaal

Die Erfindung der Leistung

Es gibt keine individuelle Leistung. So lautet Nina Verheyens zentrale These. In einer Gesellschaft, die sich selbst als Leistungsgesellschaft versteht, kommt das ketzerisch daher. Ist das Leistungsparadigma nicht zutiefst demokratisch?

In einer Leistungsgesellschaft entscheidet schließlich – könnte man meinen – nicht die Herkunft über gesellschaftliche Anerkennung und Aufstieg, sondern das persönliche Engagement, der individuelle Wille, die Leistung. Doch individuelle Leistung ist keine quasiphysikalische Größe, sondern eine Frage der Perspektive: Unser konventionelles Leistungsverständnis verschleiert die festen Strukturen sozialer Ungleichheit und blendet die Arbeit der anderen aus.

Nina Verheyen

Nina Verheyen plädiert für ein soziales Leistungsverständnis, das die kollektiven Anteile der vermeintlich individuellen Leistung in den Blick nimmt und nach dem gesellschaftlichen Sinn von Selbstoptimierung fragt. Denn "hinter allem, was Menschen erreichen, stehen letztlich die Anstrengungen von vielen."

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Die Erfindung der Leistung - Nina Verheyen

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 12.04.2018 | 24:59 Min.

Download

Stand: 11.04.2018, 16:21