"Der Feind steht rechts"

Andreas Püttmann

"Der Feind steht rechts"

Der Publizist Andreas Püttmann warnt vor Rechtspopulisten in demokratischen Gesellschaften, besonders vor der AfD. Dafür muss der konservative Katholik massive Kritik einstecken. Viele seiner einstigen Mitstreiter haben den Kontakt abgebrochen.

Konservative in der katholischen Kirche suchten die Nähe zur politischen Rechten, kritisiert Andreas Püttmann. Die Konsequenzen seien fatal: Die Konservativen diskreditierten das "christliche Ethos der Freiheit". In der "rechtskatholischen Wagenburg" ignoriere man die Gefahr, denen die Demokratie heute durch die AfD ausgesetzt sei. Der große Gegensatz der Gegenwart lautet nicht mehr "rechts gegen links", sondern "autoritär" gegen "liberal".

Zwar ist Andreas Püttmann erklärter Abtreibungsgegner und war lange Jahre Mitglied der konservativ-katholischen "Aktion Lebensrecht für alle". Doch jetzt liegt er mit den Freunden von einst im Clinch. Er twitterte: "Wenn Trump von Migranten als 'Tieren' spricht und AfD-MdBs menschenverachtende Anfragen zu Behinderung, Inzest und Migration stellen, dann dröhnt ein Schweigen von Lebensschützern besonders laut und lässt tief blicken."

2009 hatte der 1964 in Dinslaken geborene konservative Katholik nach jahrzehntelanger Mitgliedschaft die CDU verlassen – nach Angela Merkels Kritik am damaligen Papst Benedikt 2009. Heute macht sich Püttmann den Satz zu eigen: "Da steht der Feind – und darüber ist kein Zweifel: Dieser Feind steht rechts!" Die Worte stammen aus dem Jahr 1922. Der Zentrumspolitiker und ehemalige Reichskanzler Karl Joseph Wirth sagte sie, als Walter Rathenau ermordet wurde.

Redaktion: Gerald Beyrodt

"Der Feind steht rechts" – Andreas Püttmann

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 09.08.2018 | 28:26 Min.

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Stand: 08.08.2018, 18:57